Katholische Bischöfe beraten über Kommunionsstreit

Kommunionsstreit : Eine Handreichung für die Bischöfe

Der „Ständige Rat“ der Bischofskonferenz debattiert erneut über den Kommunionsstreit. Am Ende dürfte die Entscheidung vor Ort fallen.

Es ist der nächste Versuch, ein altes Problem zu lösen: Deutschlands katholische Bischöfe kommen am Montag in der Katholischen Akademie in Berlin zu ihrer Sitzung des „Ständigen Rats“ zusammen. Wieder wird es um die Frage gehen, ob Protestanten, die mit Katholiken verheiratet sind, unter ganz bestimmten Umständen im Ausnahmefall an der katholischen Eucharistie teilnehmen können.

Im Februar hatte die Vollversammlung der Bischofskonferenz dazu die Arbeitsfassung einer Orientierungshilfe beschlossen. „Die Orientierungshilfe geht davon aus, dass in konfessionsverschiedenen Ehen im Einzelfall der geistliche Hunger nach dem gemeinsamen Empfang der Kommunion so drängend sein kann, dass es eine Gefährdung der Ehe und des Glaubens der Ehepartner nach sich ziehen könnte, ihn nicht stillen zu dürfen“, hieß es damals in einer Mitteilung der Bischofskonferenz. Voraussetzung sei das „Bejahen des Glaubens der katholischen Kirche“ sowie der Wunsch, eine „schwere geistliche Notlage“ zu beenden. Doch nach Intervention von sieben katholischen Bischöfen, unter anderem des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki, hatte der Vatikan den Text kassiert. Er sei noch nicht reif zur Veröffentlichung, hieß es. Ähnlich wie die sieben Bischöfe machte Kurienkardinal Luis Ladaria darauf aufmerksam, dass es letztlich Sache jedes einzelnen Diözesanbischofs sei, was in seinem Bistum in Kraft gesetzt werde.

Nun dürfte indes klar sein, in welche Richtung sich die Debatte in der Bischofskonferenz entwickelt. Denn in der vergangenen Woche äußerte sich auch Papst Franziskus. Die Handreichung an sich sei nicht das Problem, sagte er. Sie sei sogar restriktiver als nötig. Der entscheidende Punkt sei die Frage der Zuständigkeit. Wenn eine Bischofskonferenz so etwas beschließe, habe dies sofort universale Gültigkeit. Eine Zulassung nicht-katholischer Ehepartner falle in den Aufgabenbereich des Ortsbischofs. „Ich glaube, es wird ein Dokument zur Orientierung geben, damit jeder Bischof in seinem Bistum das regeln kann, was das Kirchenrecht schon jetzt erlaubt“, sagte der Papst laut dem Transkript der Pressekonferenz.

Am Ende des „Ständigen Rats” dürfte daher wahrscheinlich ein Text stehen, der sich nur marginal, wenn überhaupt, von dem Entwurf unterscheidet. Aber er wird eine Handreichung an die einzelnen Bischöfe bleiben. Es wird in ihrer Verantwortung liegen zu entscheiden, was am Ende in ihrer Diözese gilt.

Woelki hatte schon beim Treffen seines Diözesanrats deutlich gemacht, dass es im Kölner Erzbistum pastorale Praxis sei, dass evangelische Ehepartner im Ausnahmefall auch an der Eucharistie teilnehmen könnten. Gleichzeitig könne man das aber nicht allgemeingültig regeln. Woraus man dann wohl auch ablesen kann, in welche Richtung es nach der Veröffentlichung einer entsprechenden Orientierungshilfe am Ende hierzulande gehen würde.