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Katastrophenamt sieht kritische Infrastruktur auf Omikron vorbereitet

Omikron auf dem Vormarsch : Gewappnet gegen Personalausfälle? Katastrophenamt ist vorsichtig optimistisch

Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch und in vielen Bundesländern bereits vorherrschend. Wegen der großen Zahl an Infizierten werden Personalausfälle befürchtet, die das System empfindlich treffen könnten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geht von ausreichenden Vorkehrungen aus.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Omikron-Virusvariante auch Deutschland voll erfasst. In immer mehr Bundesländern gilt die hochansteckende Variante inzwischen als gesichert oder wahrscheinlich dominierend – so in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Wegen der rasant steigenden Zahl an Infizierten geht seit längerem die Sorge vor Personalengpässen in der sogenannten kritischen Infrastruktur - dazu zählen etwa Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder Strom- und Wasserversorgung. Bisher steht vor allem eine Verkürzung der Quarantäne-Zeiten zur Debatte, um zu großen Ausfällen vorzubeugen. Das in Bonn ansässige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass ausreichende Vorkehrungen getroffen wurden.

„Wir befinden uns seit über zwei Jahren in der pandemischen Lage und das gilt auch für Betreiber Kritischer Infrastrukturen, insofern sind wir vorbereitet“, sagte BBK-Präsident Armin Schuster (CDU) unserer Redaktion. „Es gibt zwischen Bund, Ländern und Unternehmen Kritischer Infrastrukturen seit Jahren eine routinierte und enge Zusammenarbeit, die es ermöglicht, die Pandemiepläne je nach Corona-Welle entsprechend anzupassen, damit größere Ausfälle bedingt durch verschiedenen Varianten eher vermieden werden können“, so Schuster. In Abstimmung mit Bund und Ländern erarbeite das BBK Lagebilder zur Situation der kritischen Infrastrukturen – „und dient dabei auch als Informationsplattform für die Länder“, so Schuster.

Wegen der starken Omikron-Ausbreitung sieht das BBK aber Engpässe beim Schlüsselpersonal durchaus als realistisches Szenario. Aktuell sei eine starke Belastung mit Funktionseinschränkung lediglich im Gesundheitssektor zu beobachten, teilte das Amt auf Nachfrage mit. Im Bereich Transport und Verkehr müsse die Entwicklung beobachtet werden, da in diesem Sektor Fachpersonal knapp sei und Lieferketten empfindlich auf Verzögerungen reagieren würden. Laut BBK würden sich Bund und Länder in den für diese Woche vorgesehenen Krisenstabssitzungen zu den Handlungsbedarfen austauschen.

Das BBK ist Teil des Krisenstabs im Bundeskanzleramt. Laut Bundesinnenministerium geht es bei den Beratungen auch um eine Priorisierung innerhalb der kritischen Infrastruktur. Es werde die Frage diskutiert, in welcher Weise man die verschiedenen Bereiche, vom Gesundheits- und Notfallwesen bis zur Ernährungs- und Finanzwirtschaft, priorisieren könne, damit im Fall von Engpässen nach Plan vorgegangen werden könne, teilte ein Ministeriumssprecher bereits am Mittwoch mit.

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In diesem Zusammenhang verweist das BBK auf den sogenannten „Baukasten KRITIS“, der methodische Grundlagen umfasst und unter anderem die Priorisierung kritischer Infrastrukturen aufgreift. Der Baukasten enthält theoretische Leitfäden, die etwa die Auswirkungen auf Leib und Leben der Bevölkerung, die Reichweite möglicher Ausfälle oder die Abhängigkeit  zwischen verschiedenen als kritisch eingestuften Dienstleistungen berücksichtigen. Das BBK verweist darauf, dass eine Priorisierung den zuständigen Stellen vorbehalten bleibe.