Justizreform - Sex mit Zwangsprostituierten soll strafbar werden

Justizreform : Sex mit Zwangsprostituierten soll strafbar werden

Justizminister Heiko Maas plant eine Reform: Wer von der Zwanglage einer Prostituierten weiß und trotzdem mit ihr Sex hat, soll künftig strafrechtlich belangt werden können. Kritiker halten die Pläne für wirkungslos.

Die Freier von Zwangsprostituierten sollen künftig strafrechtlich belangt werden können. Das sieht ein Reformvorhaben von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor, über das der "Spiegel" berichtet. Eine erste Skizze für die Reform sieht den Informationen zufolge Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen für die Freier vor.

Bestraft werden sollen demnach Männer, die sexuelle Dienstleistungen von Frauen in Anspruch nehmen, obwohl sie von einer Zwangslage der Frau wissen. Ein Beispiel für eine Zwangslage wäre die Ausbeutung der Prostituierten durch einen Zuhälter. Bisher müssen nur die Zuhälter selbst mit Strafe rechnen, nicht aber die Freier.

Da es im Einzelfall nicht leicht sein dürfte, nachzuweisen, dass der Mann von der Zwangslage wusste, bezweifeln einige Innenpolitiker aber, dass diese Reform große Wirkung zeigen wird. Sie ist Teil der Bemühungen der Bundesregierungen zur Bekämpfung des Menschenhandels.

(dpa)