Juso-Chef Kühnert verärgert über öffentliche Personaldebatte in der SPD

Öffentliche Personaldebatte in der SPD: Juso-Chef Kühnert ist sauer

SPD-Chef Martin Schulz hatte angekündigt, den Parteivorsitz an Fraktionschefin Andrea Nahles abzugeben. Das hat Juso-Chef Kevin Kühnert verärgert. Er fordert Diskussionen über Inhalte.

Die Personaldebatte jetzt in der Öffentlichkeit zu führen belaste den Mitgliederentscheid über den Einstieg in die große Koalition, sagte Kühnert den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Alle inhaltlichen Fragen treten jetzt in den Hintergrund. Das ist ärgerlich." Er hoffe, dass sich das Mitgliedervotum nicht zu einer Abstimmung über eine mögliche neue Parteispitze entwickle. "Personaldebatten lenken nur ab."

  • Designierte Parteichefin : Jetzt soll es Andrea Nahles für die SPD richten

Dennoch hält der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation es weiter für möglich, dass eine Mehrheit beim Mitgliederentscheid gegen die große Koalition stimmt. Niemand könne sich sicher sein. "Den Zuspruch, den wir bekommen, ist ungebrochen", sagte der entschiedene Gegner einer neuen großen Koalition. Die rund 25.000 neuen Mitglieder seien noch einmal ein deutlicher Fingerzeig. "Mein Eindruck ist, die Allermeisten davon haben wegen unserer Argumente den Weg in die SPD gewählt."

Die Jusos hatten nach der Sondierung von Union und SPD dazu aufgerufen, in die SPD einzutreten, um beim Mitgliederentscheid gegen eine Neuauflage von Schwarz-Rot zu stimmen und diese so zu verhindern.

(csr/REU)