Jens Spahn: Kinderärzte begrüßen Vorstoß für Masern-Impfpflicht

Bis zu 2500 Euro Strafe : Kinderärzte begrüßen Spahns Vorstoß für Impfpflicht

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn für eine Impfpflicht gegen Masern begrüßt. Der CDU-Politiker will Impfgegner mit Geldstrafen belegen.

„Wir unterstützen das Vorhaben des Gesundheitsministers ausdrücklich“, sagte der Bundessprecher des Verbands, Hermann Josef Kahl, unserer Redaktion. „Wir brauchen eine Impfpflicht, um die kritischen 95 Prozent zu erreichen und Masern endlich ausrotten zu können.“ Wichtig sei dabei insbesondere, dass sich auch Ärzte, ihre Mitarbeiter sowie das Personal in Schulen und Kitas vollständig gegen Masern impfen lasse, fügte Kahl hinzu. Er forderte zudem die Einführung eines Impfregisters. „Auch wenn jetzt eine Pflicht nötig ist, wäre der mittelfristig elegantere Weg ein nationales Impfregister. Dann bekämen die Menschen Erinnerungen an aufzufrischende Impfungen“, sagte Kahl. Als Hauptproblem machte er nicht Impfgegner, sondern schlecht nachgehaltene Impftermine aus.

„Das größte Problem sind heute nicht die Impfgegner. Die Impfquote ist vor allem wegen des schlechten Terminmanagements zu gering“, sagte Kahl. Bei jedem Arztbesuch solle künftig der Impfpass mitgenommen werden.

Das Phänomen sogenannter Masernpartys, bei denen Eltern gesunde Kinder mit infizierten Kindern zusammenbringen, verurteilte er scharf. „Masernpartys grenzen an Körperverletzung. Sie gehören zu dem Dümmsten, was man seinen Kindern antun kann“, sagte Kahl.

Spahn hatte am Wochenende erklärt, er wolle eine Masern-Impfpflicht für Kita- und Schulkinder mit der Androhung von Geldstrafen bis 2.500 Euro durchsetzen. Ein Gesetzentwurf des Ministers sieht auch vor, Kinder ohne Impfschutz vom Kita-Besuch auszuschließen, wie die „Bild am Sonntag“ berichtete.

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