Jeder Fünfte hat Wurzeln im Ausland

Deutschland bei Einwanderern beliebt : Jeder Fünfte hat Wurzeln im Ausland

In Deutschland leben inzwischen mindestens 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das hat das Statistische Bundesamt auf der Grundlage einer Erhebung von 2011 errechnet. Damit hat jeder Fünfte Wurzeln im Ausland.

"Wir sind eines der beliebtesten Einwanderungsländer der Welt", stellt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), im Gespräch mit unserer Redaktion fest. Es bestätige sich zudem eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wonach überwiegend gut ausgebildete Fachkräfte nach Deutschland kämen.

Eine doppelte Sicht auf die Integration liefert auch eine neue Studie des Berlin-Instituts. Danach sind Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt schlechter ausgebildet und häufiger arbeitslos als Einheimische. Vor allem die größte Gruppe mit Türkei-Bezug ist davon betroffen; auch viele türkischstämmige Kinder können Bildungsdefizite ihrer Eltern kaum ausgleichen.

Doch bei genauerem Hinsehen ergibt sich ein Positivtrend: Im Fünf-Jahres-Vergleich gelinge die Integration besser, vor allem die Zuwanderer in jüngster Zeit seien deutlich besser qualifiziert und hätten zum Teil gute Karrierechancen. "Davon profitiert Deutschland in ganz enormem Ausmaß", erläutert Özoguz. Sie begrüßt die wachsende Erkenntnis bei Unternehmen, dass eine ausgeprägte Willkommens- und Teilhabekultur ein wichtiger Standortfaktor sei — "damit die Menschen nicht nur kommen, sondern auch bleiben".

Özoguz hat die Ausbildung zum Schwerpunkt erklärt: "Wir müssen uns konzentriert um diejenigen kümmern, die bisher noch nicht von unserem boomenden Arbeitsmarkt profitiert haben." Immer noch gebe es zudem Diskriminierungen von Bewerbern mit vermeintlich fremd klingenden Namen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

(may-)
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