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Drastischer Anstieg der Strompreise erwartet: Jede Familie zahlt 400 Euro für Energiewende

Drastischer Anstieg der Strompreise erwartet : Jede Familie zahlt 400 Euro für Energiewende

Wirtschaftspolitiker von Union und FDP rechnen wegen der Energiewende mit einem drastischen Anstieg der Strompreise. Jede Familie muss demnach etwa 400 Euro für die Förderung von Ökostrom aufbringen.

"Nach unseren Berechnungen wird die EEG-Umlage 2013 auf bis zu 5,7 Cent pro Kilowattstunde steigen. Im Jahr 2014 wird sie durch die massive Einspeisung der Windenergie inklusive Mehrwertsteuer auf acht Cent pro Kilowattstunde steigen", sagte Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs.

Damit müsste eine vierköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von jährlich 5000 Kilowattstunden 400 Euro allein für die Förderung von Ökostrom aufbringen. Heute sind es knapp 180 Euro. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) betonte, dass die Umlage "nach Einschätzung aller Experten" steigen werde, und forderte eine Reform des EEG.

Strom aus Sonne, Wind und Wasserkraft

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trat 2000 unter der damaligen rot-grünen Bundesregierung in Kraft. Es regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus Sonne, Wind und Wasserkraft. Verbraucher zahlen dafür eine Abgabe über den Strompreis, die sogenannte EEG-Umlage.

CDU, FDP und Wirtschaftsverbände kritisieren "Exzesse" bei der Solarförderung und warnen vor einer Überforderung von Privatleuten und Industrie. "Die Energiepreise sind auf dem besten Wege, nicht nur in Europa, sondern weltweit zum industriepolitischen Standortfaktor Nummer eins zu werden", so Fuchs.

Industrie als Preistreiber

SPD und Grüne widersprechen und betonen, dass die Strompreise stärker gestiegen seien als die Förderkosten für den Ökostrom. "Mehr als zwei Drittel der Preiserhöhungen haben nichts mit den erneuerbaren Energien zu tun", sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Preistreiber sei die Industrie, die von neuen Ausnahmen beim EEG profitiere, die im Gegenzug Mittelstand und Privatleute bezahlen müssten.

Mit der Energiewende hat Schwarz-Gelb den Umbau der Energieversorgung noch beschleunigt. Bis 2030 soll der Anteil des Ökostroms auf 50 Prozent steigen. Die Fördersätze für Solarstrom, der bislang fünf Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausmacht, wurden bereits leicht gekürzt. Union und FDP wollen im Herbst allerdings weitergehende Vorschläge präsentieren.

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(brö)