Jan Böhmermann will auch ohne Vorsitz-Kandidatur SPD-Mitglied sein

Aufnahme im Ortsverein Köthen : Böhmermann will auch ohne Kandidatur SPD-Mitglied sein

TV-Satiriker Jan Böhmermann ist zwar nicht als Kandidat um den SPD-Vorsitz zugelassen worden, will nach eigenen Angaben aber Mitglied in der Partei bleiben beziehungsweise werden. Lars Klingbeil gefällt das.

Für die Kandidatur um den Vorsitz habe es „ganz knapp doch nicht gereicht“, sagte der 38 Jahre alte Fernseh-Moderator am Montag in einem Video auf Youtube. „Die SPD und ich sind uns nicht einmal sicher, ob ich in den letzten drei Tagen wenigstens Parteimitglied geworden bin.“

Für ihn stehe aber fest: Er wolle SPD-Mitglied im Ortsverein Köthen, Sachsen-Anhalt, werden. Der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt hatte am Samstag bestätigt, dass Böhmermann in Köthen aufgenommen worden sei. Dies reiche jedoch formal nicht aus, weil der Moderator nicht in Köthen wohne. „Mein Team und ich prüfen außerdem die juristische Anfechtbarkeit meiner Nichtzulassung zur Wahl um den SPD-Vorsitz“, sagte Böhmermann.

Selbst wenn es bei der Urwahl um den Parteivorsitz mit einer Kandidatur für ihn nicht mehr klappen sollte, spätestens im Frühjahr 2020 werde die SPD einen neuen Parteivorsitzenden, eine neue Doppelspitze suchen, sagte Böhmermann in dem Video. „Dann sind mein Team und ich noch besser vorbereitet und haben einen noch längeren Vorlauf. Dann wird es klappen.“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeigte sich offen für eine Parteimitgliedschaft des Satirikers und will ihn bereits in den Wahlkampf für die Landtagswahl in Thüringen Ende Oktober einbinden. „Ich freue mich, dass Jan Böhmermann weiterhin Mitglied der SPD werden will“, sagte Klingbeil unserer Redaktion am Montag. „Ich schätze ihn und seine Arbeit.“ Dass jemand wie Böhmermann nun vom Spielfeldrand auf den Platz gehe, sei doch ein gutes Zeichen, sagte Klingbeil. „Und ich lade ihn dann auch herzlich ein, sich konkret einzubringen, zum Beispiel beim gemeinsamen Wahlkampf in Thüringen“, so der SPD-Generalsekretär.

Der Moderator der ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ hatte am Donnerstag kurzfristig verkündet, dass er Bundesvorsitzender der SPD werden wolle. Die Frist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz ist am Sonntagabend um 18.00 Uhr abgelaufen.

(jd/anst/dpa)