1. Politik
  2. Deutschland

Neue Umfrage: Islamistischer Terror bedrohlicher als die RAF

Neue Umfrage : Islamistischer Terror bedrohlicher als die RAF

Düsseldorf (RPO). Nach den vereitelten Terroranschlägen in Deutschland ist jeder zweite Deutsche bereit, wegen der Terrorgefahr vorübergehend Einschränkungen persönlicher Freiheitsrechte hinzunehmen. Ein Viertel fühlt sich persönlich durch den islamististischen Terrorismus bedroht. Drei Viertel empfinden Dschihadisten bedrohlicher als den Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) vor 30 Jahren. Justizministerin Zypries forderte derweil eine Registrierungspflicht beim Chemiekalienkauf.

Für eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger ist die Terrorgefahr in Deutschland so groß wie nie zuvor. Nach einer Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der Zeitung "Bild am Sonntag" sehen 72 Prozent der Deutschen den gegenwärtigen islamistischen Terrorismus sogar für bedrohlicher an als den Terrorismus der Rote Armee Fraktion (RAF) vor 30 Jahren. 20 Prozent halten den RAF-Terror für gefährlicher, 8 Prozent wollen sich nicht festlegen. 25 Prozent fühlen sich durch islamistische Terroristen persönlich bedroht. 73 Prozent fürchten nicht, selbst Opfer eines Anschlags etwa von Al-Qaida zu werden.

Jeder zweite Deutsche ist laut der Umfrage bereit, wegen der Terrorgefahr vorübergehend Einschränkungen persönlicher Freiheitsrechte hinzunehmen, etwa durch heimliche Online-Durchsuchungen privater Computer. 48 Prozent stimmen solchen Einschränkungen zu, 47 Prozent lehnen sie ab. Die Bereitschaft, Freiheitsrechte zu opfern, ist in den westlichen Bundesländern mit 49 Prozent Zustimmung bei 46 Prozent Ablehnung erheblich größer als in den neuen Ländern. Dort waren 43 bereit, Einschränkungen hinzunehmen, 53 Prozent lehnten dies ab.

49 Prozent der Befragten sind für einen Abzug der deutschen Soldaten und Polizisten aus Afghanistan, weil sie glauben, die Terrorgefahr würde dadurch geringer. 43 Prozent sprechen sich für eine Fortsetzung der Stabilisierungsmission am Hindukusch aus. I

m Kampf gegen den islamistischen Terrorismus fordert Bundesjustizministerin Brigitte Zypries eine Registrierungspflicht bei dem Verkauf von bestimmten Chemikalien, die zum Bombenbau geeignet sind. Im Deutschlandfunk sagte die SPD-Politikerin am Sonntag: "Die Tatsache, dass die Chemikalie, um die es bei den drei jetzt gefassten Tätern ging, frei im Handel erhältlich ist, ohne dass der Name registriert wird beim Kauf, halte ich nicht für sonderlich glücklich." Sie prüfe derzeit die Frage, um dem zuständigen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel einen Vorschlag zu machen.

Die drei Terrorverdächtigen, die am Dienstag im Sauerland festgenommen wurden, hatten sich im Laufe von mehreren Monaten insgesamt zwölf mit 35-prozentigem Wasserstoffperoxid gefüllte Fässer besorgt - Gesamtgewicht 730 Kilogramm. Daraus hätten sich nach BKA-Angaben Bomben herstellen lassen, deren Gesamt-Sprengkraft 550 Kilogramm TNT entsprechen. Eine 35-prozentige Wasserstoffperoxidlösung ist frei verkäuflich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Terrorpläne: Hier lebte einer der Verdächtigen