Islamischer Staat: Eltern von IS-Kämpfern fordern vom Bund Hilfe bei Rückholung

„Islamischer Staat“ : Eltern von IS-Kämpfern fordern Hilfe bei der Rückholung

Eltern von in Syrien festsitzenden IS-Kämpfern fordern in einem Brief an die Bundesregierung Hilfe bei der Rückholung ihrer Angehörigen. Sie berufen sich auf das Grundrecht auf eine Rückkehr ins Heimatland.

Eltern von in Syrien festsitzenden mutmaßlichen Unterstützern der Dschihadistenmiliz IS fordern von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Unterstützung bei der Rückholung ihrer Angehörigen nach Deutschland. In einem offenen Brief an Seehofer berufen sich die Eltern auf das in den Menschenrechtskonventionen verankerte Grundrecht auf eine Rückkehr ins Heimatland, wie der Südwestrundfunk am Mittwoch berichtete.

Den Angaben zufolge befürworten die Eltern in dem Brief eine Einzelfallprüfung. Menschen, die sich beim IS strafbar gemacht hätten, müssten vor Gericht gestellt werden. Die Sicherheit der Bundesrepublik dürfe "nicht aufs Spiel gesetzt" werden. Auf der anderen Seite stehe die Tatsache, dass die Lager in Syrien überfüllt seien und der hygienische Zustand dort "katastrophal" sei.

Zudem seien ihre Angehörige in den Lagern und Gefängnissen noch immer der menschenverachtenden Ideologie des IS ausgeliefert, heißt es dem SWR zufolge weiter. Eine Rückholung sei etwa über das Internationale Rote Kreuz möglich.

Nach eigenen Angaben hätten die Eltern bereits "alle nötigen Daten über die Identitäten und die deutsche Staatsangehörigkeit" ihrer Verwandten an das Auswärtige Amt übersendet.

Das Auswärtige Amt teilte dem SWR mit, die Bundesregierung prüfe "mögliche Optionen, um deutschen Staatsangehörigen, vor allem Kindern, auch in humanitären Fällen, eine Rückführung nach Deutschland zu ermöglichen". Es werde versucht, in "prekären Einzelfällen" vor allem Kindern über Partnerorganisationen medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

In Bezug auf den Irak würden derzeit acht deutsche Staatsangehörige sowie eine einstellige Anzahl an Kindern betreut. Seit Inhaftierung der ersten IS-Unterstützer im Irak Mitte 2017 hätten bisher 15 Kinder in Begleitung von Angehörigen aus dem Irak ausreisen können.

Über die Rückkehr von früheren Kämpfern der Dschihadistenmiliz IS und deren Familienangehörigen aus Syrien und Irak wird seit geraumer Zeit diskutiert. Ein Teil der Betroffenen ist in Lagern in den Kurdengebieten Syriens interniert. Sofern sie über einen deutschen Pass verfügen, haben sie grundsätzlich einen Anspruch darauf, wieder nach Deutschland einreisen zu können.

(lhen/AFP)
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