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Irak - Norbert Röttgen: Deutschland kann diplomatischen Beitrag leisten

Krise im Irak : Röttgen: Deutschland kann diplomatischen Beitrag leisten

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, schließt einen Bundeswehreinsatz im Irak aus, kann sich aber in der Krise eine vermittelnde Rolle Deutschlands vorstellen.

"Wir können mit den Mitteln der Diplomatie einen Beitrag zu einer Lösung leisten", sagte der CDU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Einen Auslandseinsatz der Bundeswehr schloss er kategorisch aus: "Es ist völlig klar, dass es keinen Einsatz deutscher Soldaten dort geben kann."

Deutschland und die Europäische Union sieht Röttgen als Vermittler in der Pflicht: "Die Aufgabe lautet, zwischen den sich kritisch beäugenden Ländern der Region vermittelnd tätig zu werden." In die diplomatischen Gespräche müssten auch die Türkei und Russland einbezogen werden. "Wir sollten auch auf die Türkei einwirken, diesen schlimmen Anlass als neuen Anlauf zu nutzen, ihren Konflikt mit den Kurden zu entschärfen", sagte Röttgen.

Röttgen hat sich zudem mit Blick auf die Irak-Krise für eine Kooperation der USA mit dem Iran ausgesprochen. "Teheran ist bereit, seinen Beitrag zu leisten", sagte Röttgen der "Welt". Gleiches gelte für Saudi-Arabien. Durch eine koordinierte Kooperation "zwischen regionalen Kontrahenten und etwa auch den USA" könnten die Dschihadisten zurückgedrängt werden. Zudem wäre dies "über den Irak hinaus Anlass für Hoffnung in der gesamten Region", sagte der CDU-Politiker.

Laut einem Medienbericht bereitet die US-Regierung derzeit direkte Gespräche mit dem Iran über die Krise im Irak vor. Washington und Teheran wollen sich angesichts des Vormarschs der Dschihadisten im Irak in dieser Woche zu ersten Beratungen treffen, wie das "Wall Street Journal" in seiner Montagsausgabe unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete.

Moskau müsse dazu bewegt werden, seine Hilfe für die Regierung in Syrien einzustellen. "Eine der Brutstätten des Terrors und der Gewalt in der Region ist der Konflikt in Syrien." Kämpfer der sunnitischen Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isil) hatten in den vergangenen Tagen mehrere Städte und Regionen im Norden des Iraks erobert und rückten anschließend in Richtung der Hauptstadt Bagdad vor. Irans Präsident Hassan Ruhani schloss daraufhin am Samstag nicht aus, mit dem Erzfeind USA gegen die Dschihadisten zu kooperieren. Die USA verlegten angesichts des Dschihadisten-Vormarsches bereits einen Flugzeugträger in den Golf. Eine Entsendung von Bodentruppen schloss US-Präsident Barack Obama aber aus.

Hier geht es zur Infostrecke: Isis/IS - Islamischer Staat im Irak und Syrien

(AFP/dpa)