Verbrennung jordanischer Geisel Gauck warnt vor Vergeltung mit gleichen Mitteln

Sansibar-Stadt · Bundespräsident Joachim Gauck hat nach dem jüngsten brutalen Mord der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor einem Rückfall in vordemokratische Zeiten gewarnt.

 Die Top-Terroristin Sadschida al-Rischawi wurde in Jordanien als Racheakt für die brutale Ermordung eines jordanischen Soldaten durch die IS-Terrormiliz hingerichtet.

Die Top-Terroristin Sadschida al-Rischawi wurde in Jordanien als Racheakt für die brutale Ermordung eines jordanischen Soldaten durch die IS-Terrormiliz hingerichtet.

Foto: ap

Das Prinzip Auge-um-Auge könne weder rechtlich noch moralisch die richtige Reaktion auf die Verbrennung der jordanischen Geisel durch die IS-Terrormiliz sein, sagte Gauck am Mittwoch am Rande seiner Tansaniareise auf Sansibar. Zum Ruf nach Vergeltung mit gleichen Mitteln sagte er: "Ich kann es menschlich verstehen, politisch nur ablehnen."

Gauck setzte dem archaischen Modell das Prinzip der demokratischen Aufklärung entgegen. Die Taten der IS seien schrecklich. Weil es Fanatiker und Verbrecher gebe, dürfe man "trotzdem nicht denken, dass die Bemühung um aufklärerische Politik Nonsens ist". Auf lange Sicht werde sich die Demokratie durchsetzen, "weil die meisten Menschen der Welt, eigentlich fast alle oder alle, Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit für ihr Leben und ihre Gesundheit wollen".

Jordanien hat zwei zum Tode verurteilte Terroristen aus Rache für den IS-Mord an dem Piloten Muas al-Kasasba hingerichtet. Dieser war in einem von der Miliz veröffentlichten Video bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Die in der islamischen Welt geachtete Azhar-Universität in Kairo verurteilte die IS-Gewaltakte scharf und erklärte, man müsse die Terroristen auf gleiche Weise bestrafen - Kreuzigungen und Verstümmelungen inbegriffen.

(dpa)
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