Innenminister planen IT-Gütesiegel für Smart-Home-Geräte

Beschlusspapier der Innenministerkonferenz: Plan gegen Spionage im Kühlschrank

Die Innenminister der Länder wollen per Smartphone gesteuerte Geräte sicherer machen: Sie streben verbindliche Standards auf EU-Ebene an. Das geht aus einem Beschlusspapier für die nächste Innenministerkonferenz hervor, das unserer Redaktion vorliegt.

"Es ist erkennbar, dass bei der Entwicklung von sogenannten Internet-der-Dinge-Geräten nicht ausreichend auf IT-Sicherheit geachtet wird", heißt es in einem Beschlusspapier für die nächste Innenministerkonferenz. In der unserer Redaktion vorliegenden Bedrohungsanalyse heißt es: "Schlecht entwickelte, unsicher konfigurierte und kaum gewartete und nicht upgedatete Geräte bieten Cyber-Angreifern weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu gerieren."

Experten schätzen, dass es allein in Deutschland in drei Jahren mindestens 23 Millionen Smart-Home-Geräte geben wird, die mit eigener IP-Adresse aus dem Internet gesteuert werden können. Dazu zählen etwa Kühlschränke, die zur Neige gehende Lebensmittel melden.

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Im Februar zog die Bundesnetzagentur die Kinderpuppe "Cayla" aus dem Verkehr, weil sie als Spionagegerät missbraucht werden konnte. Vor dem "Bot im Babyfon" warnte das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Amt verwies auf eine digitale Attacke auf den Internetdienstleister Dyn, die erstmals mit Hilfe von mit dem Internet verbundenen Haushaltsgeräten geführt worden sei.

Auf Initiative Niedersachsens soll sich die Innenministerkonferenz damit beschäftigen, dass sich die Bedrohungslage mit der steigenden Zahl anfälliger Geräte erhöht. Angestrebt werden verbindliche Standards auf EU-Ebene sowie IT-Gütesiegel. Auch eine Produkthaftung für die Hersteller komme in Frage.

(may-)