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OECD-Studie: Immer mehr Migrantenfrauen auf Arbeitsmarkt

OECD-Studie : Immer mehr Migrantenfrauen auf Arbeitsmarkt

Paris (RPO). In Deutschland hat sich die Wirtschaftskrise anders als in vielen anderen Staaten kaum auf die Jobchancen von Zuwanderern ausgewirkt. Bei ausländischen Frauen steige die Erwerbstätigkeit sogar an, stellte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in ihrem Migrationsausblick fest. Auch gebe es Anzeichen, dass eingebürgerte Einwanderer sich besser in den Arbeitsmarkt eingliederten.

In vielen OECD-Staaten habe die Arbeitslosigkeit bei Migranten und ihren Nachkommen durch die weltweite Wirtschaftskrise jedoch deutlich stärker zugenommen als bei Menschen ohne ausländische Wurzeln, erklärte die in Paris ansässige Organisation in ihrem Internationalen Migrationsausblick.

Stark von Arbeitslosigkeit betroffen seien vor allem Männer, die in der Bauwirtschaft, im Hotelgewerbe oder in der Gastronomie gearbeitet hätten. Vor allem in Spanien, Irland und Portugal sowie in Österreich sei die Arbeitslosigkeit unter Migranten deutlich stärker gestiegen als bei Einheimischen.

Auch in Deutschland seien Ausländer häufiger arbeitslos, allerdings hätten sich ihre relativen Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch die Krise kaum verändert, stellte die OECD fest. Die meisten Zuwanderer in Deutschland kamen demnach im Jahr 2008 aus Polen. Sie machten 22 Prozent der Ausländer aus, gefolgt von Rumänen, Türken und Ungarn.

Positive Entwicklung bei Frauen

Bei zugewanderten Frauen gebe es sogar eine positive Entwicklung, vor allem weil in der Krankenpflege und für häusliche Dienstleistungen mehr Arbeitskräfte gebraucht würden. Weil der Anteil der älteren Menschen an der Gesellschaft in den kommenden Jahren zunimmt, könnte sich dieser Trend fortsetzen, erklärte die Organisation.

"Es ist wichtig zu verstehen, dass Migranten besonders in wirtschaftlich guten Zeiten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Brüssel. "Die aktuellen wirtschaftlichen Probleme werden die langfristigen demografischen Trends nicht verändern." Es sei deshalb wichtig, dass Migrationspolitik eine langfristige Perspektive beibehalte.

Deutschland ist nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien das Land mit den meisten ausländischen Studenten: Gut 200.000 Studierende aus aller Welt kommen demnach an deutsche Unis. Damit sei Deutschland etwa gleichauf mit Frankreich und Australien, hieß es in dem Migrationsbericht. Von den Deutschen, die 2008 ins Ausland gezogen sind, seien die meisten in die Schweiz und nach Österreich gegangen - laut OECD waren es 46.000 beziehungsweise gut 19.000 Deutsche.

Hier geht es zur Infostrecke: Was die OECD Deutschland empfiehlt

(AFP/nbe)