Horst Seehofer betritt #neuland

Bundesinnenminister twittert : Horst Seehofer betritt #neuland

Kaum auf Twitter, schon im Shitstorm – die ersten Stunden für Bundesinnenminister Horst Seehofer in dem sozialen Netzwerk verlaufen suboptimal. Schon die holprige Videoankündigung erheiterte das Netz.

Horst Seehofers Wunsch ist in Erfüllung gegangen. „Ich würde mich freuen, wenn diese Tweets auf eine starke Resonanz stoßen würden“, sagt er in einem Video, in dem er ankündigt, sich ab sofort auch auf Twitter zu äußern. Nach nicht einmal 24 Stunden im Kurznachrichtendienst stoßen seine Tweets sogar auf sehr starke Resonanz. Möglicherweise hat er sich das Neuland bloß etwas freundlicher vorgestellt.

In dem Video von Dienstagabend gab der Bundesinnenminister bekannt, dass er ab sofort selbst twittert. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: Er habe angekündigt, dass er nach der Sommerpause mit dem Twittern beginnen werde und „das findet jetzt statt“. Er sitzt vor seinem Schreibtisch, liest vom Teleprompter ab. Die Körpersprache lässt vermuten, dass er zwar in seinem Büro sitzt, aber Neuland betritt. „Politik ist heute eine Dienstleistung für die Bürger“, fährt er fort, „und bei dieser Dienstleistung will ich mich der ganz modernen Methoden bedienen.“ Zum Schluss verkündet er freudig: „Jetzt geht’s los mit dem Tw…“, danach bricht das Video ab.

Ein pensionierter Gymnasiallehrer wies ihn nicht ohne Berechtigung darauf hin, dass es Twitter bereits seit März 2006 gibt. Andere waren noch weitaus kritischer. „Der Arme, ganz verwirrt. Kennt jemand seine Verwandten und kann ihn schnell wieder zurück nach Hause bringen?“, fragte der Cartoonist Ralph Ruthe.

Seehofer erhält keinen eigenen Twitter-Account, sondern wird sich über den Account des Innenministeriums äußern. Seine Tweets sind mit dem Kürzel „HS“ versehen. Den ersten Tweet setzte er bereits am frühen Dienstagabend ab.

Doch zunächst sorgte er damit erst einmal für heftige Reaktionen. Das überrascht nicht, ist Seehofer doch der Nicht-AfD-Politiker, der am häufigsten mit seinen Äußerungen zu Migration den Zorn auf sich zieht. „Ist die Zivilgesellschaft auch dann willkommen, wenn sie gegen die Politik der CSU protestiert?“, fragte einer. „Zuerst einmal braucht dieses Land einen intelligenten und empathischen Innenminister, der Rechtsradikale NICHT in Schutz nimmt oder relativiert!“, sagte ein anderer User. Eine anderer wollte nur wissen: „Stimmt es, dass Du zurücktrittst?“ Die meisten Kommentatoren pöbeln tatsächlich nicht, doch ihre Äußerungen sind spöttisch bis scharf.

Die Heute-Show hat sich der Twitter-Aktivitäten des Innenministers bereits freudig angenommen.

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