Homosexuelle Paare: Jede 14. neue Ehe ist gleichgeschlechtlich

Homosexuelle Paare : Jede 14. neue Ehe ist gleichgeschlechtlich

Die Regelung zur Ehe für alle hat bei homosexuellen Paaren anfangs einen Heiratsboom ausgelöst. Bei 7,3 Prozent aller Eheschließungen geben sich inzwischen Mann und Mann oder Frau und Frau das Ja-Wort. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor.

Von allen neu geschlossenen Ehen gaben sich von Oktober 2017 bis Dezember 2018 bei jeder 14. Hochzeit gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort. Dies geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Seit Oktober 2017 können homosexuelle Paare eine Ehe nach den gleichen rechtlichen Voraussetzungen schließen wie Mann und Frau. Zuvor war für gleichgeschlechtliche Paare nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich.

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden in diesem Zeitraum insgesamt 449.466 Ehen geschlossen, davon 16.766 zwischen Männern und 16.138 zwischen Frauen. Hinzu kommen 21.477 Lebenspartnerschaften, die in eine Ehe umgewandelt wurden. Kurz nach Inkrafttreten der Regelung für die sogenannte Ehe für alle im Oktober 2017 gab es zunächst einen Boom gleichgeschlechtlicher Hochzeiten. Allein in den letzten drei Monaten des Jahres 2017 waren es 11.147 Eheschließungen nur zwischen Männern (6080) oder nur zwischen Frauen (5067). Hinzu kommen 8989 umgewandelte Lebenspartnerschaften in diesem Zeitraum.

Die Gleichstellung der Ehe homosexueller Paare mit Ehen zwischen Mann und Frau war gesellschaftspolitisch jahrelang umkämpft. 2017 war die Union die einzige Fraktion im Bundestag, die noch mehrheitlich gegen die Ehe für alle war. Schließlich entschied sich Bundeskanzlerin Angela Merkel damals im Bundestagswahlkampf, die Abstimmung im Bundestag über diese Frage von Fraktions- und Koalitionsdisziplin freizugeben - wie dies sonst bei ethischen Fragen zu Leben und Tod üblich ist. Damit war der Weg für die Ehe für alle frei.

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