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Nach Urteil zur steuerlichen Gleichstellung: Homo-Ehe: Von der Leyen für Adoptionsrecht

Nach Urteil zur steuerlichen Gleichstellung : Homo-Ehe: Von der Leyen für Adoptionsrecht

CDU-Vize Ursula von der Leyen sieht im Gegensatz zu vielen anderen in ihrer Partei gute Gründe dafür, Homo-Partnern auch weitgehende Adoptionsrechte zu gewähren.

"Ich kenne keine Studie, die sagt, dass es Kindern, die in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften aufwachsen, anders geht als Kindern, die in gemischt geschlechtlichen Ehen aufwachsen oder Partnerschaften auch aufwachsen", sagte sie am Sonntag dem Deutschlandfunk.

Die Debatte darüber werde "sicherlich weitergehen". Die Bundesarbeitsministerin betonte aber, dass nun zunächst die vom Bundesverfassungsgericht geforderte steuerliche Gleichstellung anstehe. Diese soll noch vor der Sommerpause umgesetzt werden.

In der Union wird ein volles Adoptionsrecht für Homo-Partner bislang überwiegend abgelehnt. CDU-Vize und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte dem "Spiegel": "Die Frage der Adoption kann man nicht mit einem Schnellschuss beantworten." Es gehe um das Wohl der Kinder. Viele Menschen fühlten "ein gewisses Unbehagen" in der Frage nach vollem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. "Zu diesen Menschen gehöre auch ich."

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar die Rechte homosexueller Paare zur Adoption von Kindern ausgeweitet: Leben Schwule oder Lesben in einer eingetragenen Partnerschaft, dürfen sie auch ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren.

Die geforderte gesetzliche Anpassung hierzu hatte die Koalition aber auf die Zeit nach der Bundestagswahl verlegt. Im Gegensatz zu dieser sogenannten Sukzessivadoption ist die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes weiterhin nur Ehepaaren erlaubt. Zwei Fälle aus Berlin dazu liegen den Karlsruher Richtern bereits vor. Wann dazu ein Urteil fällt, ist aber offen.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronologie zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften

(AFP/das)