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Hermann Gröhe zieht Kandidatur für CDU-Präsidium zurück

Wegen verfehlter Frauenquote : Hermann Gröhe zieht Kandidatur für CDU-Präsidium zurück

Überraschung in Köln: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat auf dem CDU-Parteitag nach dem ersten Wahlgang seine Kandidatur für das Präsidium zurückgezogen.

Bei der Wahl der Mitglieder des einflussreichen Spitzengremiums wurde am Dienstag das nach den Parteistatuten vorgeschriebene Frauen-Quorum von einem Drittel nicht erreicht. Der Wahlgang war damit ungültig und muss wiederholt werden.

Gröhe warb vor den Delegierten dafür, im zweiten Wahlgang der Kandidatin Emine Demirbüken-Wegner die Stimme zu geben. Nach dem Rückzug Gröhes ist der Einzug des 34-jährigen Gesundheitspolitikers Jens Spahn ins Präsidium sicher.

Um die sieben Präsidiumsplätze hatten sich acht Bewerber zur Wahl gestellt - eine für die CDU eher ungewöhnliche Kampfkandidatur. Im ersten Wahlgang schnitt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit einer Zustimmung von 83,04 Prozent am besten ab, gefolgt von der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem EU-Abgeordneten David McAllister. Der Bundestagsabgeordnete Spahn, der sich erstmals um einen Platz im Präsidium bewarb, lag im ersten Wahlgang auf dem sechsten Platz vor Gröhe. Demirbüken-Wegner hatte die geringste Zustimmung unter den acht Kandidaten und war damit nicht gewählt.

Er sei in seinen Jahren als Generalsekretär immer "sehr bewusst" dafür eingetreten, dass die Führungsmannschaft der CDU die "gesamte Vielfalt" der Partei angemessen widerspiegele, begründete Gröhe die Rücknahme seiner Kandidatur. Der enge Vertraute von Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, sich nun um einen Platz im Bundesvorstand zu bewerben.

(AFP)