Altkanzler unter sich: Helmut Schmidt lobt Gerhard Schröder

Altkanzler unter sich: Helmut Schmidt lobt Gerhard Schröder

Hamburg (RPO). Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat die Reformpolitik der Regierung von Gerhard Schröder (beide SPD) verteidigt. Ohne dessen "Agenda 2010" hätte Deutschland nicht den momentanen Aufschwung erlebt. Kritisch sieht Schmidt dagegen die Entwicklungen in der Außenpolitik.

Ohne die "Agenda 2010" hätte die deutsche Konjunktur keinen Aufschwung dieser Größenordnung erlebt, sagte Schmidt dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wir profitieren von einer weltweiten Entwicklung, an der wir erheblich weniger Anteil hätten, wenn es Schröders Agenda nicht gegeben hätte", fügte Schmidt hinzu. Der frühere Kanzler war beim SPD-Parteitag in Hamburg dabei, hat aber keine Rede gehalten.

Kritisch bewertete Schmidt die deutsche Außenpolitik. Besonders das Streben der Bundesregierung nach einem ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat lehnte er ab. "Ich habe das immer für eine Spielerei von Herrn Kinkel gehalten, die Herr Fischer dann fortgesetzt hat - und mit Erstaunen registriere ich jetzt, dass Frau Merkel dieses Ziel weiterverfolgt. Das war zu keiner Zeit eine fruchtbare Idee, daraus wird auch nichts", sagte der Alt-Kanzler.

Skeptisch ist Schmidt auch hinsichtlich des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. "Eine zivile Gesellschaft aufzubauen ist kein Grund, dort einzugreifen", sagte der SPD-Politiker. "Der Grund für die Intervention war ausschließlich Al-Qaida; und inzwischen ist Al-Qaida nach Pakistan gezogen. Sollen wir demnächst auch dort einmarschieren", fragte Schmidt.

(afp)
Mehr von RP ONLINE