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Helmut Kohl: "Europa ist unser Schicksal"

Altkanzler spricht über die Wahl am 25. Mai : Helmut Kohl: "Europa ist unser Schicksal"

Am 25 Mai wählt Europa sein neues Parlament. Das Interesse der Bürger an der Wahl steigt inzwischen. Nun ruft auch Altkanzler Helmut Kohl in einem Interview dazu auf, wählen zu gehen, denn "Europa ist unser Schicksal", wie er sagt. Zur Lage in der Ukraine sagt der CDU-Politiker, er sei voller Sorge.

Wenn die Menschen am 25. Mai an die Wahlurnen gehen, wünscht sich Helmut Kohl verständlicherweise einen Sieg der Union und in Europ des Verbundes der christlichen Demokraten der Europäischen Volkspartei EVP. Und natürlich hofft er auch, dass der Spitzenkandidat der Konservativen, Jean-Claude Juncker, das Rennen für sich entscheidet. Im Interview mit der "Bild"-Zeitung spricht der Altkanzler aber auch über die Herausforderungen, die vor der EU und ihrem neuen Kommissionspräsidenten liegen.

Er wünsche sich, "dass wir in Europa wieder nach vorne gehen. Europa ist unsere Zukunft. Europa ist unser Schicksal". Europa bleibe eine Frage von Krieg und Frieden mit allem, was dazugehöre: Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie. Und so sieht er als erste Aufgabe eines neuen Kommissionspräsidenten "Europa zu einer Herzensangelegenheit aller Europäer zu machen".

Kohl sagt in dem Interview zudem, dass die Finanzen innerhalb der EU wieder in Ordnung gebracht werden müssten. "Und darüber hinaus muss die Politische Union wieder auf die Agenda gesetzt werden. Dazu gehören neben Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik vor allem auch die Außen- und Sicherheitspolitik."

Von der Debatte, ob der Sieger der Wahl — also entweder Spitzenkandidat Juncker oder sein sozialdemokratischer Herausforderer Martin Schulz — automatisch Präsident der europäischen Kommission werden sollte, hält der Altkanzler nicht viel.

"Es gibt gar keinen Grund für eine Festlegung", sagt er. Für ihn reiche es völlig aus, wenn der Kandidat bei der Europawahl ein sehr gutes Wahlergebnis hatte, um von den Staats- und Regierungschefs vorgeschlagen und schließlich vom Parlament gewählt zu werden.

Schließlich brächten nicht nur die Staats- und Regierungsche eine starke Legitimation mit, sondern die Abgeordneten des Europaparlaments seien auch vom Bürger direkt gewählt. "Auch aus diesem Grund ist es übrigens wichtig, dass die Menschen wählen gehen und sich genau überlegen, wem sie ihre Stimme geben", betont er.

Zur Ukraine-Krise sagt Kohl: "Ich bin voller Sorge über die Entwicklung. Das ist eine sehr ernste Situation." Man müsse jetzt vor allem schnell wieder miteinander ins Gespräch kommen. "Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass das auch möglich ist. Wir müssen es nur wollen."

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(das)