Medienbericht über Großprojekt BER: Hauptstadtflughafen hat 20.000 einzelne Mängel

Medienbericht über Großprojekt BER : Hauptstadtflughafen hat 20.000 einzelne Mängel

Jetzt erreichen erste Zahlen die Öffentlichkeit: Der geplante Großflughafen Berlin-Brandenburg (BER) soll einem Zeitungsbericht zufolge unglaubliche 20.000 einzelne Mängel haben.

Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtete, umfasst diese Zahl alles "von der Rauchgasanlage bis zur kaputten Fliese". Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Rainer Bomba, der Mitglied im Aufsichtsrat des BER ist, kündigte "absolute Transparenz beim Baufortschritt" an. "Wir wollen nicht, dass das Desaster nur dokumentiert, sondern dass abgearbeitet wird", sagte er der "BamS".

Jeder Fehler solle jetzt in einem Fortschrittsbericht separat aufgelistet und dann beseitigt werden, berichtet die Zeitung. Mit der Erstellung dieses Mängel-Reports hätten Projektausschuss und Aufsichtsrat des BER das Flughafenmanagement beauftragt. Jedes Problem und jeder Mangel werde nach Dringlichkeit eingestuft, von Kategorie A (Priorität hoch) bis D (Priorität niedrig).

Nachdem die Eröffnung des BER viermal verschoben wurde, ist völlig offen, wann an dem Großflughafen die ersten Flieger starten und landen können.

Am neuen Hauptstadtflughafen sollen nun externe Fachleute helfen, das einstige Vorzeigeprojekt aus der Krise zu führen. Der frühere Chef des größten deutschen Flughafens in Frankfurt, Wilhelm Bender, springt als Berater ein, bis ein neuer Airportchef gefunden ist, wie Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) vor wenigen Tagen ankündigte. Den Chefposten hatte der 68-Jährige, der seit 2009 im Ruhestand ist, abgelehnt.

Mehr als zehn Millionen für Sanierung

Zudem will sich der Aufsichtsrat unter Platzecks Vorsitz selbst durch Unternehmensberater unter die Arme greifen lassen. Der überlastete alte Flughafen Tegel soll mit 10 bis 20 Millionen Euro saniert werden, damit er bis zur Eröffnung des Neubaus in Schönefeld funktioniert. Zuvor waren Investitionen von bis zu 50 Millionen Euro im Gespräch gewesen, eingerechnet auch ein Terminalanbau.

Die Eröffnung des Flughafens war im Januar zum vierten Mal abgesagt worden, weil die Betreiber Technikprobleme, Baumängel und die Folgen von Fehlplanungen nicht in den Griff bekommen. Auf der Baustelle in Schönefeld läuft einen Bestandsaufnahme dazu, welche Arbeiten im Terminal neu geplant werden müssen. Sie laufe bis zum Juni oder Juli, sagte Amann. Parallel werde geplant. Diese Planung müsse nicht neu ausgeschrieben werden. Der Aufsichtsrat trifft sich wieder am 8. März.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist die Mängelliste des Hauptstadtflughafens

(AFP/dpa/felt/sap/pst)
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