Hans Peter Wollseifer hält Mindestlohn für zu bürokratisch

Zentralverband des Deutschen Handwerks : "Mindestlohn ist praxisfern und viel zu bürokratisch"

Handwerkspräsident Hans-Peter Wollseifer dringt auf Korrekturen beim gesetzlichen Mindestlohn, der zum Jahreswechsel bundesweit eingeführt wird. Das Handwerk halte es für ausreichend, für Minijobber die Aufzeichnungspflicht auf die Dauer der Arbeitszeit zu beschränken.

Die Regeln zur Arbeitszeiterfassung seien "praxisfern" und viel zu bürokratisch, sagte Wollseifer der Neuen Osnabrücker Zeitung. So seien alle Betriebe verpflichtet, die Arbeitszeiten der Mitarbeiter aufzuzeichnen, die bei ihnen als Minijobber tätig sind. "Es darf nicht so weit kommen, dass sich der Handwerksmeister mehr um die Arbeitszeiterfassung kümmern muss, als um die Akquise von Aufträgen", sagte Wollseifer.

Auch die geforderte Dokumentation der Arbeitszeiten im Angestelltenbereich sei eine "Zumutung". Es sei "überzogen", Bezieher eines Einkommens unter 2.958 Euro einzubeziehen. Dies entspreche rund 348 Arbeitsstunden zum Mindestlohn. Das Risiko einer Unterschreitung des Mindestlohns sei bei dieser Gehaltskategorie sehr gering. Wollseifer forderte eine Befreiung von Dokumentationspflichten ab einem Bruttomonatsentgelt von 2.200 Euro.

(AFP)