Logistik-Kongress in Berlin Chinesischer Einstieg im Hamburger Hafen schreckt Politiker und Logistiker auf

Berlin/Hamburg · Der geplante Einstieg eines chinesischen Staatskonzerns im Hamburger Hafen hat in der Berliner Politik heftige Kritik ausgelöst. Das Thema beschäftigt auch den Deutschen Logistik-Kongress in Berlin, auf dem noch bis Freitag fast 2000 Fachleute über die Sicherheit der globalen Lieferketten diskutieren. Viele beunruhigt die große Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China.

Containerschiffe werden am Container Terminal Tollerort (CTT) im Hamburger Hafen abgefertigt. Chinesen wollen 35 Prozent der Anteile am CTT erwerben.

Containerschiffe werden am Container Terminal Tollerort (CTT) im Hamburger Hafen abgefertigt. Chinesen wollen 35 Prozent der Anteile am CTT erwerben.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Der mögliche Einstieg eines chinesischen Staatskonzerns bei einem Containerterminal im Hamburger Hafen hat bei Union, FDP und Grünen scharfe Kritik ausgelöst. „Nach Informationen von NDR und WDR haben alle sechs Ministerien, die an der Investitionsprüfung fachlich beteiligt sind, das Geschäft abgelehnt“, berichteten NDR und WDR am Donnerstag. „Das Kanzleramt drängt der Recherche zufolge jedoch darauf, dass der Einstieg zustande kommen soll“, berichteten die Sender. Das Kanzleramt wollte die Meldung zunächst nicht kommentieren. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der frühere Hamburger Bürgermeister, plant am 3. und 4. November einen China-Besuch, begleitet von einer großen Wirtschaftsdelegation.