Kriminalität Internationales Hackernetzwerk „Hive“ zerschlagen

Washington/Frankfurt/Düsseldorf · Nachdem Hacker mehrere Hundert Unternehmen angegriffen haben, ist es der Staatsanwaltschaft Stuttgart und Justizbehörden in den USA nun gelungen, das Netzwerk „Hive“ zu zerstören. Wie das gelang.

 Beim Aufruf der Website des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg erscheint auf einem Computerbildschirm eine Fehlermeldung. Hacker haben einen Angriff auf die Polizei im Südwesten verübt.

Beim Aufruf der Website des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg erscheint auf einem Computerbildschirm eine Fehlermeldung. Hacker haben einen Angriff auf die Polizei im Südwesten verübt.

Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat zusammen mit US-Justizbehörden ein internationales Netzwerk von Cyberkriminellen namens „Hive“ zerschlagen. Die Hacker hätten seit Mitte 2021 mehr als 1500 Unternehmen angegriffen, darunter 70 in Deutschland, erklärten die Behörden am Donnerstag. Drei davon waren in Baden-Württemberg. Die Kriminalpolizeidirektion Esslingen sei dem Netzwerk bei Ermittlungen zu einem dort betroffenen Unternehmen auf die Spur gekommen.

Zuvor wurde bereits bekannt, dass das FBI die Seite der Hacker „Hive Ransomware“ am Donnerstag, 26. Januar, sperrte. Es blinkte der Satz auf: „Das Federal Bureau of Investigation hat diese Website im Rahmen einer koordinierten Strafverfolgungsmaßnahme gegen Hive Ransomware beschlagnahmt.“

Ransomware sind Schadprogramme, die den Computer sperren oder Daten verschlüsseln, um die Nutzer zu erpressen. Hive ist eine von vielen cyberkriminellen Gruppen, die internationale Unternehmen erpressen, indem sie ihre Daten verschlüsseln und im Gegenzug massive Kryptowährungszahlungen verlangen. Die Hacker konnten den US-Behörden zufolge rund 130 Millionen Dollar an Lösegeldern erbeuten.

An den Ermittlungen gegen „Hive“ waren unter anderem die Bundespolizei FBI und der Secret Service in den USA sowie die Staatsanwaltschaft Stuttgart, das Polizeipräsidium Reutlingen und das Bundeskriminalamt Wiesbaden in Deutschland beteiligt.

(lst/Reuters/AFP)