Trauerfeier für Bundeswehrsoldaten: Guttenberg: "Wir verneigen uns"

Trauerfeier für Bundeswehrsoldaten : Guttenberg: "Wir verneigen uns"

Regen (RPO). Mit einer Trauerfeier im niederbayerischen Regen haben Bundeswehr, Bundesregierung und Angehörige am Freitag Abschied von den drei in Afghanistan getöteten Soldaten genommen. "Wir alle verneigen uns vor ihnen in Dankbarkeit und Anerkennung", sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Stadtpfarrkirche von Regen. Die Soldaten gehörten zu dem dort stationierten Panzergrenadierbataillon 112.

Der 30-jährige Hauptfeldwebel, ein 22-jähriger Stabsgefreiter und ein 21-jähriger Hauptgefreiter waren am Freitag vergangener Woche in der Provinz Baghlan ums Leben gekommen, als ein Soldat der afghanischen Armee in einem Außenposten unvermittelt das Feuer auf deutsche Soldaten eröffnet hatte. Sechs weitere deutsche Soldaten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

"Nichts erscheint uns so sinnlos wie diese schreckliche Tat", sagte Guttenberg. Deutsche Soldaten seien ausgerechnet durch einen Angehörigen der afghanischen Streitkräfte getötet worden, "mit denen unsere Soldaten gemeinsam im Kampf stehen". Gleichwohl sollte diese Gemeinsamkeit nun nicht in Frage gestellt werden, betonte Guttenberg. "So schmerzlich das Ereignis ist, es darf mühsam aufgebautes Vertrauen nicht zerstören."

An der Trauerfeier nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel sowie die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg, Horst Seehofer (CSU) und Stefan Mappus (CDU), teil. Einer der getöteten Soldaten stammte aus Baden-Württemberg. Mehrere hundert Bürger und Soldaten verfolgten auf dem Stadtplatz in Regen die Trauerfeier, die dort auf einer großen Videowand übertragen wurde. Zuvor war mit einem ökumenischen Gottesdienst der Toten gedacht worden.

"Die Soldaten wurden aus einem Leben voller Hoffnungen gerissen, plötzlich und unwiederbringlich", sagte Guttenberg. "Sie waren in Afghanistan, im Krieg, um dort den Frieden zu sichern, den Aufbau voranzubringen und zu helfen." Die Bürgermeisterin von Regen, Ilse Oswald, sprach in der Stadtpfarrkirche von dem "schwersten Tag für uns alle in der Geschichte unserer Garnisonsstadt".

(afp/top)
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