Geplante Werbung für Bundeswehr: Guttenberg wegen Medienkampagne in Kritik

Geplante Werbung für Bundeswehr : Guttenberg wegen Medienkampagne in Kritik

Osnabrück (RPO). Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gerät nun auch wegen der geplanten Medienkampagne für den Dienst bei der Bundeswehr bei der Opposition massiv unter Beschuss. Schon am Donnerstag hatte eine Zeitungsumfrage für Wirbel gesorgt.

Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte SPD-Fraktionsvorstand Sebastian Edathy: "Es riecht nach Kumpanei zwischen Guttenberg und dem Springer-Verlag, wenn ausgerechnet der größte öffentliche Fürsprecher des Ministers in der Plagiatsaffäre einen lukrativen Werbeauftrag des Verteidigungsministeriums bekommt". Man könne nur hoffen, "hier soll nicht mit Steuergeldern an die Springer-Presse die Bewerbung des Verteidigungsministers durch die Springer-Presse honoriert werden".

Guttenberg müsse Parlament und Bürgern offenlegen, nach welchen Kriterien die Bundeswehr-Werbung an welche Medien vergeben worden sei, forderte Edathy. "Der Minister sollte den Eindruck vermeiden, zum wiederholten Male nicht alle Karten auf den Tisch legen zu wollen."

Das Verteidigungsministerium wies die Vorhaltungen zurück. Ein Sprecher sagte, die insgesamt 4,8 Millionen Euro teure Kampagne werde im Einzelnen nicht vom Ministerium gesteuert, sondern von einer Werbeagentur, die sich vor zwei Jahren bei der Ausschreibung für einen Rahmenvertrag durchgesetzt habe.

Während der Wehrpflicht-Debatte des Bundestags hatte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin am Donnerstag Guttenberg wegen seiner Nähe zur "Bild"-Zeitung angegriffen. Der Minister habe sich der Unterstützung der Zeitung immer sicher sein können, sagte Trittin. "Jetzt finde ich es hoch interessant, an wen die Aufträge gehen sollen, mit denen für Freiwillige geworben werden soll: Nämlich ausschließlich an Bild, BamS und Bild.de", bemängelte der Grünen-Politiker.

Am Donnerstag dann sorgte eine Umfrage der "Bild"-Zeitung für Wirbel. Auf die Frage, ob Guttenberg zurücktreten sollte, antworteten bei einer Online-Befragung 55 Prozent mit Ja. Anders sah dann das Ergebnis aus, dass in der Zeitung abgedruckt wurde. Denn dafür wurde eine zweite Befragung durchgeführt - per Telefon. Demnach hätten sich 87 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, dass Guttenberg Minister bleiben solle.

Eine Umfrage des "Hamburger Abendblatt" übrigens, die am 24. Februar veröffentlicht wurde, zeigt wiederum ein anderes Ergebnis. Die Zeitung gehört wie "Bild" zum Axel-Springer-Verlag. Auch diese Befragung wurde - wie die erste der "Bild"-Zeitung - im Internet durchgeführt. Ergebnis: 69 Prozent sprachen sich für einen Rücktritt Guttenbergs aus, 31 Prozent waren dagegen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sagte Guttenberg vor dem Bundestag

(das/DDP)
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