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Reaktion auf Bericht über Spähanlage in Berlin: Guido Westerwelle bestellt britischen Botschafter ein

Reaktion auf Bericht über Spähanlage in Berlin : Guido Westerwelle bestellt britischen Botschafter ein

Anlässlich eines Zeitungsberichtes über eine mögliche Spähanlage auf der britischen Botschaft in Berlin ist der britische Botschafter ins Außenamt gebeten worden. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte am Dienstag in Berlin, der Botschafter sei auf Veranlassung von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zu einem Gesprächs ins Ministerium eingeladen worden.

Der Leiter der Europa-Abteilung habe um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Das Ministerium wies darauf hin, dass "das Abhören von Kommunikation aus den Räumlichkeiten einer diplomatischen Mission ein völkerrechtswidriges Handeln wäre".

Die britische Tageszeitung "The Independent" berichtete am Dienstag, dass Großbritannien möglicherweise "seine eigene Abhörstation" im deutschen Regierungsviertel unterhalte. Das Blatt berief sich auf in den vergangenen Monaten veröffentlichte Unterlagen zum US-Geheimdienst NSA "kombiniert mit Luftaufnahmen und den Erkenntnissen über frühere Spähaktivitäten in Deutschland".

Auf dem Dach der Botschaft in der Wilhelmstraße könnte demnach "Ausrüstung der Hochtechnologie" zum Einsatz kommen. Den Angaben zufolge sieht ein dort installierter weißer Zylinder anderen Einrichtungen des britischen Geheimdiensts GCHQ "frappierend ähnlich". Auch auf dem Dach der nahe gelegenen US-Botschaft war Medienberichten zufolge eine ähnliche Anlage installiert, die nach Informationen des "Independent" offenbar in der vergangenen Woche abgeschaltet wurde.

Die durch den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden enthüllten umfassenden Spähaktivitäten vor allem der USA sorgen seit Monaten für Empörung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschwerte sich persönlich bei US-Präsident Barack Obama, weil ihr Mobiltelefon jahrelang abgehört worden sein soll.

(AFP)