Griechenland: Wolfgang Schäuble stellt Sigmar Gabriel im "Grexit"-Streit bloß

Grexit auf Zeit: Schäuble stellt Gabriel im "Grexit"-Streit bloß

War Schäubles Vorschlag, dass Athen bei einem Scheitern der Verhandlungen im schlimmsten Fall zeitweise die Euro-Zone verlassen müsste, mit der SPD abgestimmt oder nicht? Gabriel bestätigte dies erst, ruderte dann aber zurück. Nun hat Schäuble (CDU) ihn erinnert: Der "Grexit auf Zeit" war abgesprochen.

Für seinen Vorstoß hat Finanzminister Wolfgang Schäuble international viel Prügel einstecken müssen. Jetzt hat der 72-jährige CDU-Politiker - mit dem ihm eigenen Sarkasmus - Vizekanzler Sigmar Gabriel bei dem umstrittenen Euro-"Timeout" für Griechenland also wieder mit ins Boot geholt.

Bei einer Pressekonferenz in Brüssel erinnerte Schäuble am Dienstag Gabriel, ohne diesen beim Namen zu nennen, an das, was vorigen Donnerstagabend mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im engsten Kreis für den Euro-Sondergipfel beredet worden war: "Ich will Ihnen nur ganz liebenswürdig sagen: Ich habe keinen Vorschlag gemacht, der nicht innerhalb der Bundesregierung - und zwar in der Sache und in der Formulierung - abgesprochen war."

Der SPD-Chef hatte Samstagnacht zunächst bei Facebook erklärt, seiner Partei sei Schäubles Vorschlag "natürlich bekannt" gewesen. Später ruderte Gabriel zurück ("Ich kenne kein Papier, ich kenne seine Idee"), nachdem in der SPD prominente Abgeordnete, die davon nichts wussten, angesichts der schwarz-roten "Grexit"-Drohkulisse auf die Barrikaden gegangen waren.

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Er wolle das nicht weiter vertiefen, meinte Schäuble jetzt, um dann doch nachzuschieben: "Aber ich rate jedem, sich darüber im Klaren zu sein, dass ich schon weiß, was die Regeln sind, wie eine Regierung vernünftig funktioniert und wie ein Minister einer Regierung seine Verantwortung wahrnimmt. Und wir haben uns alle diese Entscheidungen nicht leicht, sondern schwer gemacht."

Beim "Grexit"-Szenario sieht sich Schäuble nicht allein: "Es ist eine Alternative. Es gibt einige in der Bundesregierung, die der Meinung sind, dass das die bessere Lösung für Griechenland und die Menschen in Griechenland wäre."

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(dpa)
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