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Girls´Day: Mehr Frauen in Männerberufe bringen – darum gehts auch 2022

Girls´ and Boys´ Day in Betrieben am 28. April : Mehr junge Frauen in Männerberufe bringen – darum geht´s auch beim Girls´ Day 2022

Das Handwerk und die Gewerkschaften rufen anlässlich des Girls´ Days am Donnerstag vor allem junge Frauen auf, ihren künftigen Beruf nicht nach dem traditionellen Rollenmuster von Mann und Frau auszuwählen. Jenseits der frauendominierten Berufe gebe es für sie bessere Zukunftschancen und mehr Geld zu verdienen.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer rief anlässlich des Girls´ Days an diesem Donnerstag dazu auf, traditionelle Rollenmuster von Männern und Frauen bei der Berufswahl aufzugeben. „Das Handwerk zeigt mit seinen vielen Aktionen in der gesamten Organisation jungen Frauen ganz klar: Wer klischeefrei wählt, wählt besser – und hat mit einer Ausbildung im Handwerk beste Chancen“, sagte Wollseifer unserer Redaktion. „Dieses Engagement für eine Berufswahl jenseits starrer Rollenmuster müssen wir auch abseits des Girls‘ Days in der Kooperation mit den Schulen weiter ausbauen, damit Jugendliche echte Praxiserfahrungen sammeln können und eine Berufsorientierung angeboten bekommen, die wirklich auf ihre Bedürfnisse und Wünsche eingeht“, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). „Und damit noch viel mehr junge Frauen ins Handwerk kommen.“

Am Donnerstag, den 28. April , findet bundesweit wieder der Girls' Day und Boys´ Day statt. Mädchen gewinnen dann in ganz Deutschland Einblicke in Berufe, in denen meist Männer tätig sind. Für Jungen ist es umgekehrt: Sie erkunden Berufe, die überwiegend Frauen wählen. Jugendliche sollen sich so über das Berufsangebot in der ganzen Breite informieren können, ohne sich an Rollenbildern zu orientieren.

Zwar werde das Handwerk bereits „immer weiblicher“, so Wollseifer. Doch es gebe hier weiterhin noch viel zu tun. „Die Praxisnähe und der Austausch mit erfahrenen Handwerkerinnen und Unternehmerinnen am Girls‘ Day ermöglicht es jungen Mädchen, sich direkt über die Berufe und die Weiterbildungs- und Karrierechancen im Handwerk zu informieren – so wird der Grundstein für die zukünftige Generation junger Meisterinnen gelegt“, sagte der ZDH-Präsident.

Ähnlich äußerte sich die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. „Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen es: Das Berufswahlverhalten von jungen Frauen und Männern ist noch immer stark tradiert. Auch wenn der Frauenanteil in einigen männlich dominierten Berufen, wie im Tischlerhandwerk oder der Landwirtschaft, langsam steigt und selbst wenn sich heute mehr junge Männer für das Friseurhandwerk oder für einen Job im Einzelhandel entscheiden: Von einem ausgewogenen Verhältnis kann noch lange keine Rede sein", sagte Hannack. „Noch viel zu oft richten sich die Berufswünsche junger Frauen überwiegend auf frauendominierte Berufe. Hinzu kommt der geringe Frauenanteil in der dualen Ausbildung, die im Vergleich zur schulischen Ausbildung bessere Beschäftigungsperspektiven und auch ein Ausbildungsgehalt mitbringt", sagte die Vize-Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

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„Damit sich der zaghafte Wandel im Berufswahlverhalten mit mehr Tempo fortsetzt, müssen vor allem junge Frauen ihre Berufsperspektive erweitern. Auf eine Berufsorientierung frei von Rollenklischees kommt es an. Junge Menschen sollen ihre Entscheidung für einen Beruf nach ihren Interessen und Fähigkeiten treffen und eben nicht nach veralteten Rollenzuschreibungen oder starren Vorbildern", sagte sie. "Und gerade an der Stelle kommt es auf die Eltern, auf Lehrkräfte, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an. Sie müssen in der Lage sein, diese Rollenklischees zu hinterfragen und umfassende Informationen zum Beispiel zu den Ausbildungsinhalten, dem Berufsalltag, dem Einkommen und den Arbeitsbedingungen bereitstellen", so die DGB-Vertreterin.