Integrations-Debatte: Giordano verteidigt Schweizer Minarett-Verbot

Integrations-Debatte : Giordano verteidigt Schweizer Minarett-Verbot

Berlin (RPO). Nach dem Baustopp für Minarette in der Schweiz hat der jüdische Buchautor und Islamkritiker Ralph Giordano das Land vor dem Vorwurf des Rassismus oder Faschismus in Schutz genommen. In einem Zeitungsbeitrag schreibt Giordano: "Schluss, endlich Schluss mit den Totschlagargumenten einer 'Political correctness', die mit der Autorität einer Staatsräson auftritt!"

Ein "Gemisch aus Multikulti-Illusionismus, Sozialromantik, Gutmenschtum und Umarmungstendenzen" und "der aus der Nazizeit überhängende Schulddruck" habe lange Zeit die Auseinandersetzung mit dem Islam vermieden: "Eine Haltung, die sich von Grund auf scheut, anti-emanzipatorische und menschenrechtsferne Mentalitäten, Sitten, Gebräuche und Traditionen der muslimischen Minderheit auch nur anzusprechen, geschweige denn zu thematisieren. Dabei sind das größte Tabu die Integrationshemmnisse, die aus der Minderheit selbst kommen. Zustände, die mit Grundgesetz und Menschenrechten nicht vereinbar sind", schreibt Giordano in der "Bild"-Zeitung.

"Bin kein Türkenschreck"

Er sei "kein Türkenschreck, kein Anti-Muslim-Guru", so Giordano: "Ich habe nicht zum Bürgerkrieg aufgerufen. Ich habe durch kritische Fragen dazu beigetragen, einem von feigen deutschen Politikern und integrationsunwilligen Migranten verdrängten und geschönten Problem zu verstärktem öffentlichen Diskurs zu verhelfen." Wann immer er "mit Riten, Sitten und Gebräuchen konfrontiert werde, die gegen meine Wertewelt gerichtet sind, werde ich auf meiner kulturellen Selbstbehauptung bestehen - so wie es die Schweizer mit ihrer Initiative gegen den Neubau von Minaretten getan haben!"

(DDP/felt)
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