Politisch motivierte Gewalt Ein Weckruf für die Mitte der Gesellschaft

Meinung · Als Frühwarnsystem für Fehlentwicklungen der Gesellschaft betrachtet Innenminister Horst Seehofer (CSU) die regelmäßige Statistik über politisch motivierte Kriminalität. Um „früh“ geht es inzwischen nicht mehr. Die Gesellschaft muss aufpassen, dass sie nicht zu spät reagiert.

 „Kämpfe verbinden“ lautete der Aufruf zu einer linken Demonstration im September vergangenen Jahres im Leipziger Stadtteil Connewitz.

„Kämpfe verbinden“ lautete der Aufruf zu einer linken Demonstration im September vergangenen Jahres im Leipziger Stadtteil Connewitz.

Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Die aktuelle Statistik zur politisch motivierten Kriminalität in Deutschland ist eine Steilvorlage für alle Fans des weit verbreiteten Whataboutism. Diese rapide zunehmende Unart, von jedem schlüssigen Nachweis durch den Hinweis auf einen anderen Befund abzulenken, zeugt schon selbst von einem größer werdenden Kommunikationsdefekt in unserer Gesellschaft. Mit dem linken Zeigefinger werden die einen nun auf die rasant gestiegene Zahl rechtsextremistischer Straftaten zeigen, mit dem rechten Zeigefinger die anderen auf die rapide angestiegene Zahl linksextremistischer Gewalt. Rechts führt mit großem Abstand bei der Kriminalität insgesamt, links führt mit großem Abstand bei der Gewalt. Hat sich das damit ausgeglichen? Nein! Es vermehrt im Zusammenspiel vielmehr die Bedrohung für die freiheitliche Gesellschaft. Deshalb: Nieder mit Whataboutism!