GEW diagnostiziert 100.000 fehlende Fachkräfte in Kitas

Berechnungen der Gewerkschaft : Laut GEW fehlen 100.000 Fachkräfte in Kitas

Die Zahl ist alarmierend. In den Kindertagesstätten fehlen nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aktuell mindestens 100.000 Erzieherinnen und Fachkräfte.

„Das Deutsche Jugendinstitut hat sogar errechnet, dass uns bis zu 250.000 Menschen in diesem Bereich fehlen werden“, sagte Björn Köhler vom GEW-Bundesvorstand am Samstag auf einer Fachtagung im saarländischen Völklingen. Daran nahmen knapp 100 Erzieherinnen und Erzieher teil.

Das auf den Weg gebrachte Gute-Kita-Gesetz führe zwar zu einer Entlastung der Eltern durch niedrige Kita-Beiträge bei, es stelle aber zur Lösung der Probleme bestenfalls nur einen Schritt in die richtige Richtung dar, sagte der GEW-Vertreter weiter. So sei man vom angestrebten Ziel eine Fachkraft für 7,5 Kinder in Kitas weit entfernt. Es mangele auch an besserer Bezahlung und Attraktivität für den Erzieher-Beruf, ähnlich wie in der Pflege.

Bildung sei eine Investition in die Zukunft, betonte Köhler. „Deswegen muss es die Gesellschaft bezahlen und aus Steuergeld finanzieren.“ Der Bund müsse dabei auch auf die Situation der Länder, insbesondere der ärmeren Länder wie das Saarland, Rücksicht nehmen.

Im Saarland fehlen laut GEW mindestens 1500 Erzieherinnen und Fachkräfte in den Kindertagesstätten. Auf der Tagung beklagte eine Fachkraft aus Saarbrücken-Luisenthal: „Wir sind am Limit.“ Häufig sei man mit 27 Kindern allein in der Gruppe. Anja Wagner-Scheid vom saarländischen Bildungsministerium kündigte an, in zunächst 25 bis 30 besonders stark belasteten Kitas des Landes werde das Personal um ein Viertel verstärkt. Außerdem solle das saarländische Kinderbetreuungs- und -bildungsgesetz novelliert werden.

(felt/epd)
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