Gesundheitsversorgung: Senioren finanzieren immer weniger eigene Krankenkasse

Gesundheitsversorgung : Senioren finanzieren immer weniger eigene Krankenkasse

Die Gesundheitsversorgung der alternden Gesellschaft steht vor großen Herausforderung. Angesichts der rasch steigenden Ausgaben können Rentner nur noch einen immer kleiner werdenden Anteil an den Kosten aufbringen, die für ihre Versorgung benötigt werden.

Die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland finanzieren zu einem immer geringeren Anteil ihre Krankheitskosten selbst. Das geht aus einer langfristigen Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums hervor. „Mitte der 70er Jahre wurden in der gesetzlichen Krankenversicherung 70-75 Prozent der Ausgaben der Rentnerinnen und Rentner durch ihre eigenen Beitragszahlungen gedeckt“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Seit Anfang der 80erJahre liege die Deckungsquote unter 50 Prozent und habe zuletzt rund 43 Prozent betragen. 2012 waren es noch 45 Prozent.

Als Gründe für den gesunkenen Anteil gilt die gestiegene Lebenserwartung und die deutlich gestiegenen Gesundheitsausgaben pro Kopf, mit denen der Rentenanstieg bei weitem nicht Schritt hält.

Thomas Drabinski, Leiter des Instituts für Mikrodatenanalyse in Kiel prognostiziert, dass der Anteil, den Rentner an den Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung tragen, weiter zurückgehen wird: „Dieser Trend wird sich fortsetzen und wird künftig auch Einfluss haben auf die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt.“

Insbesondere die Kosten galoppieren davon. Die Gesundheitsausgaben steigen deutlich schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Allein im Jahr 2017 lag der Anstieg dem Statistischen Bundesamt zufolge bei 4,7 Prozent. Pro Kopf lagen die Ausgaben bei 4544 Euro. Zum Vergleich: 1992 war es noch 1980 Euro. Nach allen Prognosen wird sich der Anstieg der Gesundheitskosten entsprechend fortsetzen, insbesondere aufgrund des medizinischen Fortschritts und wegen der der steigenden Lebenserwartung.

(qua)