Fragen und Antworten Bafög-Reform bringt ärmeren Studierenden 1000 Euro Startkapital

Berlin · Das Bundeskabinett hat eine Bafög-Reform auf den Weg gebracht. Geplant ist ab Wintersemester 2024/25 eine Starthilfe von 1000 Euro für Ärmere. Was ändert sich außerdem für Studierende?

 Ein Antrag für Bafög: Künftig sollen mehr Studierende Anspruch haben.

Ein Antrag für Bafög: Künftig sollen mehr Studierende Anspruch haben.

Foto: dpa/Andrea Warnecke

Zum Wintersemester 2024/25 soll die Regelung wirksam werden: Das Bundeskabinett hat die neue Bafög-Reform beschlossen. Nachfolgend einige Fragen und Antworten über die Folgen für die mehr als 600.000 Empfängerinnen und Empfänger.

Werden die Bafög-Sätze steigen?

Das ist bislang nicht vorgesehen. Allerdings muss der Entwurf für das Bafög-Änderungsgesetz noch vom Bundestag beraten und verabschiedet werden: Da gibt es sowohl von Abgeordneten der Ampel als auch aus der Union den Wunsch, Bedarfssätze und Wohnkosten-Pauschale anzuheben - gerade wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Ampel-Koalition hat zuletzt zum Wintersemester 2022/23 den Bafög-Satz für den Grundbedarf um 25 Euro auf 452 Euro im Monat erhöht.

Wie hoch ist das Bafög pro Person derzeit insgesamt?

Da Vermögen, eigenes Einkommen, Einkommen der Eltern und Ehepartner angerechnet werden, ist die eigentliche Bafög-Höhe immer individuell. Wer studiert und noch bei den Eltern wohnt, kann in der Regel aktuell bis zu 511 Euro pro Monat bekommen - darin enthalten sind der sogenannte Grundbedarf von 452 Euro plus 59 Euro fürs Wohnen. Auswärts sind es 452 plus 360 Euro für die Unterkunft. Möglich sind weitere Zuschläge für die Kranken- und Pflegeversicherung, wenn Studierende nicht mehr bei den Eltern versichert sind.

Was bringt die geplante Starthilfe?

Zu Beginn des Studiums ist eine Studienstarthilfe von 1000 Euro geplant. Von ihr profitieren junge Studentinnen und Studenten aus Familien, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Dazu gehören etwa auch Wohngeldempfänger. Das Geld ist dafür da, den Weg zum Studium zu ebnen: Damit können beispielsweise Mietkaution, Computer oder Bücher bezahlt werden. Die Starthilfe muss nicht zurückgezahlt werden.

Haben künftig mehr Menschen Anspruch auf Bafög?

Zumindest ist eine Anhebung der Freibeträge geplant, was den Kreis der Antragsberechtigten erweitern soll: Um fünf Prozent angehoben werden etwa die Freibeträge vom Einkommen der Eltern oder des Ehe- und Lebenspartners. Einkommen von Geschwistern unter 18 Jahren wird explizit nicht auf den erhöhten Elternfreibetrag angerechnet. Auch bei eigenem Einkommen sollen höhere Freibeträge gelten: Ab dem 1. Januar 2025 müssen Einnahmen bis zu der dann geltenden Minijobgrenze von 556 Euro im Monat nicht mehr auf das Bafög angerechnet werden.

Was passiert, wenn die Regelstudienzeit überschritten wird?

Den Regierungsplänen zufolge wird es künftig einfacher, das Studium zu verlängern, ohne den Bafög-Anspruch zu gefährden: Dafür wird ein sogenanntes Flexibilitätssemester eingeführt. Studierende haben damit einmalig die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen ein Semester länger gefördert zu werden. Außerdem soll es für Bafög-Empfänger länger möglich sein, das Studienfach zu wechseln, da die Frist dafür um ein Semester verlängert wird.

Kann Bafög auch digital beantragt werden?

Das Bundesbildungsministerium weist darauf hin, dass die Bafög-Digital-App inzwischen verfügbar ist, über die Antragsteller ihre Nachweise hochladen und ans zuständige Bafög-Amt schicken können. Über den elektronischen Identitätsnachweis eID kann den Angaben zufolge ferner digital Widerspruch gegen einen Bafög-Bescheid eingereicht werden. Bald sollen auch die Bescheide digital verfügbar sein.

(mdu/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort