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Ministerin Aigner: Gen-Mais MON 810 in Deutschland verboten

Ministerin Aigner : Gen-Mais MON 810 in Deutschland verboten

Berlin (RPO). Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat den Anbau der umstrittenen Genmais-Sorte MON 810 in Deutschland verboten. Damit sei jeder Anbau und jeder weitere Verkauf von Saatgut oder Mais dieser Art unzulässig, erklärte die CSU-Politikerin in Berlin.

Die CSU-Politikerin sagte in Berlin, die gentechnisch veränderte Maissorte MON 810 des Konzerns Monsanto stelle eine Gefahr für die Umwelt dar. Aigner betonte, sie wolle dieses Verbot aber nicht als Grundsatzentscheidung im Bereich grüne Gentechnik verstanden wissen.

Aigner sagte, sie habe veranlasst, dass das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Schutzklausel verhängt. Damit seien Anbau und Verkauf von Saatgut der Linie MON810 unzulässig. Die Bundesländer würden umgehend darüber informiert und müssten die Einhaltung des Verbots überwachen.

Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßten das Verbot. Die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Stephanie Töwe, sagte, die Entscheidung sei längst überfällig. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegten, dass der Genmais eine Gefahr für die Umwelt darstelle. Auch andere EU-Länder hätten Genmais bereits verboten.

"Verbot zwingend gewesen"

Die Gefahren ließen sich auch mit Überwachungsplänen, die die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf die Umwelt dokumentieren sollen, nicht aus der Welt schaffen. Nun müsse Aigner auch in Brüssel gegen die Neuzulassung ähnlicher Genmaissorten in der EU stimmen.

Der BUND erklärte, die Verdachtsmomente, wonach der Genmais Natur und Tierwelt schädige, seien so zahlreich, dass ein Verbot zwingend gewesen sei. Fütterungsstudien hätten gezeigt, dass der Genmais das Immunsystem von Mäusen schädige. Das Aussaatverbot für MON 810 sei ein Erfolg des jahrelangen Engagements von Umweltorganisationen und Ökoanbauverbänden. Ihr breites Bündnis habe eine falsche Weichenstellung in der Landwirtschaft verhindert.

Der US-Hersteller Monsanto kündigte an, eine Klage schnellstmöglich zu prüfen. Die Dringlichkeit sei hoch, da die Aussaat kurz bevorstehe, sagte der Monsanto-Deutschland-Sprecher, Andreas Thierfelder. Könne der Mais nicht ausgesät werden, drohe ein Schaden in Millionenhöhe.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist der Genmais MON810

(AP)