Wirbel um Schriftstück: Gelb-grüne Annäherung

Wirbel um Schriftstück: Gelb-grüne Annäherung

Ein Schriftstück, das angebliche Absprachen zwischen Liberalen und Grünen zu einer künftigen Jamaika-Koalition enthält, sorgt für Wirbel in Berlin. Dabei sind informelle Gespräche eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Es ist völlig normal, dass FDP und Grüne schon informell miteinander reden — immerhin wollen sie gemeinsam in den kommenden vier Jahren dieses Land regieren. Während sich die Union noch sortiert, können sich die kleinen Partner ebenfalls auf die schwierigen gemeinsamen Verhandlungen vorbereiten.

Auch taktisch ein Vorteil: Wenn FDP und Grüne der Union mit gemeinsamen Ideen entgegentreten, ist ihre Verhandlungsposition stärker, als wenn die Union die beiden ungleichen Partner gegeneinander ausspielen kann.

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Dass in informellen Gesprächen auch schon darüber geredet wird, wer bei welchem Thema möglicherweise seine Position durchsetzen kann, um die Regierungsbeteiligung gegenüber den eigenen Wählern zu rechtfertigen, ist ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. Alles andere wäre naiv. Aus den Themen ergeben sich Ministerien. Soweit dürfen informelle Gespräche gehen.

Das ist kein Postengeschachere. Für die Parteien ist es nur blöd, wenn ein Beteiligter Dinge aufschreibt, die er teilweise missverstanden hat, und diese dann durchsticht.

(qua)