Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen wird kleiner

Neue Studie : Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen wird immer kleiner

Frauen und Männer verdienen unterschiedlich. Jetzt belegt eine neue Studie, dass die Gehaltslücke zwischen beiden Geschlechtern allerdings immer kleiner wird. Zu diesem Ergebnis kommt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen ist mit 5,8 Prozent in Deutschland geringer als in den meisten anderen EU-Staaten, wenn man Faktoren wie die höhere Teilzeitquote von Frauen, die Branchenzugehörigkeit und die Berufserfahrung berücksichtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Demnach liegt die so genannte bereinigte Lohnlücke, bei die genannten Faktoren herausgerechnet werden, nur in Belgien niedriger als in Deutschland, in den übrigen 26 EU-Staaten jedoch teils deutlich höher. Unbereinigt – also ohne die Berücksichtigung von Faktoren wie Teilzeit, Branche und Berufserfahrung – ist die Gehaltslücke in Deutschland mit 21 Prozent die zweithöchste in der EU, so die Studie. Nur in Estland sei der Unterschied noch größer.

Die Ökonomen rechnen die genannten Faktoren heraus, weil nur die so genannte bereinigte Lohnlücke Anhaltspunkte für eine mögliche Diskriminierung von Frauen anzeige. Frauenpolitikerinnen wollen das allerdings nicht akzeptieren. Teilzeitlöhne dürften nicht geringer sein als Vollzeitlöhne, argumentieren sie. Auch familienbedingte Erwerbsunterbrechungen dürften Frauen bei der Bezahlung nicht zurückwerfen.

„Deutschland gehört mit einer bereinigten Entgeltlücke von 5,8 Prozent zu den Staaten mit den geringsten Entgeltunterschieden zwischen den Geschlechtern“, heißt es in der IW-Studie. Hinzu komme, dass die Lücke zwischen 2010 und 2014 kleiner geworden sei. In Deutschland sei sie in den vier Jahren um 1,9 Prozentpunkte gesunken. Besonders auffällig sei, dass sich in Deutschland mehr als 70 Prozent der Lohnlücke auf Faktoren zurückzuführen seien, die aus Sicht des IW nichts mit Geschlechterdiskriminierung zu tun haben, etwa die Größe des Betriebs, in denen jemand arbeit, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die Branche, der Beruf, der Erwerbsumfang oder der Bildungsabschluss. Die bereinigte Lohnlücke sei „deutlich aussagekräftiger, da sie einen präziseren Vergleich der Löhne von Frauen und Männern mit ähnlichen personen- und tätigkeitsbezogenen Merkmalen herstellt und insofern auch den Grundsatz des gleichen Entgelts bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit besser zum Ausdruck bringt“, schreibt Studienautor Jörg Schmidt.

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