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Bundespräsident kritisiert Medien und Bürger: Gauck nennt Politikerschelte "billig"

Bundespräsident kritisiert Medien und Bürger : Gauck nennt Politikerschelte "billig"

Bundespräsident Joachim Gauck verurteilt pauschale Politikerschelte. In einem Interview macht er dafür Medien und Bürger verantwortlich. Kritik sei erlaubt, jedoch keine Verallgemeinerungen.

Manche Medien und Bürger gefielen sich darin, "pauschal über "die Parteien" oder "die Politiker" herzuziehen", sagte Gauck der "Welt am Sonntag". Das finde er "billig und ungerecht". Natürlich machten Parteien und Politiker auch Fehler.

"Natürlich darf und soll man das kritisieren. Aber man darf und soll es nicht verallgemeinern."

Der Bundespräsident kündigte an, er werde die Bürger vor der Bundestagswahl 2013 zur Stimmabgabe aufrufen. Das Wahlrecht sei sein "Herzensthema seit Jahren". Daher betrachte er die sinkende Wahlbeteiligung mit großem Verdruss. Denjenigen, die nicht zur Wahlurne gingen, sage er: "Das Wahlrecht ist ein Geschenk. Nehmt es an!"

Gauck rief die Parteien zu programmatischen Debatten auf. Es "würden sich auch dann wieder mehr Menschen politisch interessieren und engagieren, wenn Parteien sich intensiv mit den großen Fragen unserer Zeit auseinandersetzen würden", sagte Gauck. Als Beispiele nannte er die Beziehungen von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit, Ökologie und Ökonomie sowie das Thema demografische Entwicklung.

(dpa)