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Kommentar zum Bundespräsidenten Wulff: Gabriels List

Kommentar zum Bundespräsidenten Wulff : Gabriels List

Nein, Altruismus und pure Menschenfreude muss man dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel nicht unterstellen, wenn man nach Gründen für dessen Unterstützung für den angeschlagenen Bundespräsidenten Christian Wulff sucht. Mindestens zwei Motive kommen in Frage.

Zunächst kann auch Gabriel Umfragen lesen. 70 Prozent der Deutschen lehnen einen Rücktritt Wulffs wegen des Privatkredits und seiner sorglosen Nähe zum großen Geld ab. Wer dennoch den Präsidenten attackiert, fällt selbst in der Beliebtheitsskala.

Zweitens könnte Gabriel und die SPD Wulff noch brauchen. Dann nämlich, wenn die fragile schwarz-gelbe Koalition doch noch zerplatzt und der Bundespräsident einer vorgezogenen Neuwahl zustimmen muss. Die SPD will, sollte es soweit kommen, unbedingt auf neue Wahlen drängen und Kanzlerin Merkel nicht als Juniorpartner dienen. Da könnte es hilfreich sein, wenn man Wulff in einer kniffligen Situation gestützt hat.

Ach ja, vielleicht denkt Gabriel aber auch an seine Zeit als Ministerpräsident in Hannover. Eine besondere Distanz zu dem niedersächsischen Großkapital, etwa dem Unternehmen VW, ist von Gabriel nicht überliefert.

(das)