1. Politik
  2. Deutschland

Gegen Fachkräftemangel: Gabriel fordert bessere Ausbildung

Gegen Fachkräftemangel : Gabriel fordert bessere Ausbildung

Düsseldorf (RPO). Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will den Fachkräftemangel durch Nachwuchsförderung beheben. Vorrangig sei, Jugendliche in Deutschland besser auszubilden, sagte Gabriel am Dienstag.

Im Deutschlandfunk verwies Gabriel auf eine Studie, wonach rund 40 Prozent der jungen Migranten nicht über einen Berufsabschluss verfügten. Es fehlten vor allem Facharbeiter etwa in der Metall- und Elektroindustrie.

Zudem bemängelte Gabriel, dass ausländische Studenten bislang nach ihrem Examen grundsätzlich nicht bleiben dürften. Man könnte den besten von ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft anbieten, schlug Gabriel vor. Er wandte sich damit gegen den Vorstoß des CDU-Wirtschaftspolitikers Jochen Pfeiffer, die Fachkräfte-Zuwanderung über eine Kontingent-Regelung zu steuern.

Qualifizierte Arbeitskräfte würden nicht nach Deutschland kommen, solange man ihnen nicht auch die deutsche Staatsbürgerschaft anbiete, sagte Pfeiffer der "Süddeutschen Zeitung".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine rasche gesetzliche Neuregelung des Zuzugs hochqualifizierter Ausländer ab. Das am 1. Januar 2009 in Kraft getretene Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz "entfaltet positive Wirkung", sagte Vizeregierungssprecher Christoph Steegmans am Montag in Berlin. Eine Novellierung erscheine derzeit nicht erforderlich.

Durch das Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz war die Mindesteinkommensgrenze für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis an Hochqualifizierte von 86 400 Euro auf 63 600 Euro gesenkt worden. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kündigte kürzlich an, ausländischen Arbeitnehmern den Zuzug weiter erleichtern zu wollen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2009: Gabriel zum neuen SPD-Chef gewählt

(DDP/born)