„Biden auswechseln“ Strack-Zimmermann befürchtet „historische Tragödie“ bei US-Wahl

Exklusiv | Berlin · Nach dem TV-Duell von US-Präsident Joe Biden und seinem Konkurrenten Donald Trump macht sich auch in der deutschen Politik der große Frust breit. FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert, Biden jetzt rasch als Kandidaten auszutauschen.

TV-Duell Trump und Biden: Reaktionen von internationalen Medien
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So reagieren internationale Medien auf Trump und Biden

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Foto: AP/Ross D. Franklin

Nach dem TV-Duell zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem Konkurrenten Donald Trump ist das Entsetzen in der deutschen Politik groß. Die ins EU-Parlament gewählte FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann befürchtet eine „historische Tragödie“ bei den US-Präsidentschaftswahlen im November. Strack-Zimmermann sagte unserer Redaktion: „Die Demokraten müssen sofort reagieren und einen neuen Kandidaten ins Rennen schicken.“

Das sei zwar tragisch für Biden, weil er 2020 großes geleistet habe, ergänzte die Liberale. Aber: „Dass ein Mann wie Trump wieder Präsident werden könnte, weil die Demokraten nicht in der Lage sind, ihm eine starken Kandidaten entgegen zu setzen, wäre eine historische Tragödie, die die ganze Welt zu spüren bekäme.“

Mit einem kraftlosen Auftritt hatte der 81-jährige Biden die Zweifel an seiner Eignung für das Amt befeuert. Trumps Performance hingegen wurden von zahlreichen Lügen des 78-jährigen überschattet. In der demokratischen Partei löste das TV-Duell ersten US-Medienberichten zufolge Panik aus.

Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), sagte unserer Redaktion: „Das TV-Duell zwischen Präsident Biden und Trump lässt viele Bürgerinnen und Bürger in den USA ratlos zurück.“ Beide Kandidaten hätten die geltenden Vorurteile bestätigt. „Ein seriöser, der Wahrheit verpflichteter Präsident Biden, der jedoch streckenweise kraftlos wirkt, und ein selbstverliebter Herausforderer, der jenseits von Fakten verheißungsvolle Versprechungen macht“, so Hardt.

Der CDU-Politiker bezeichnete es als „Skandal“, dass Trump offengelassen habe, ob er das Wahlergebnis akzeptieren werde. Zugleich betonte der Außenexperte: „Uns Europäern sollte zu denken geben, wie wenig außenpolitisch die Debatte war.“ Wo es kurz um die NATO gegangen sei, habe sich Biden unterstützend und Trump ablehnend gezeigt. „Eine darüber hinaus gehende Relevanz haben EU und Deutschland für die USA zurzeit nicht“, sagte Hardt.

Optimistischer äußerte sich hingegen der SPD-Außenpolitker Nils Schmid. Er sieht nach dem TV-Duell Amtsinhaber Biden noch nicht auf der Verliererstraße. Schmid sagte unserer Redaktion: „Für Biden wird es jetzt entscheidend darauf ankommen, im August eine starke Parteitagsrede zu halten, und dann hin zur Wahl Anfang November zu mobilisieren.“ Bis dahin sei das Duell „zu Recht vergessen“, ergänzte Schmid. Die TV-Debatte habe keinen Gewinner gehabt: „Biden hat zu viele Punkte durch unverständliche Aussagen vergeben, Trump durch ständiges Lügen und selbstherrliches Auftreten keine neuen Unterstützer gewinnen können.“

(has)