Atlantik-Brücke ehrt Ex-Kanzler: Friedrich Merz verneigt sich vor Helmut Schmidt

Atlantik-Brücke ehrt Ex-Kanzler : Friedrich Merz verneigt sich vor Helmut Schmidt

Viel Nostalgie, lobende Worte der Kanzlerin und ein gerührter Altkanzler. Das waren die Zutaten für eine gelungene Feier zum 60-jährigen Bestehen des deutsch-amerikanischen Vereins "Atlantik-Brücke" am Montagabend in Berlin.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war gekommen, um das Jubiläum der Organisation, die seit 1952 für die Verständigung zwischen Deutschland und den USA eintritt, zu würdigen. Merkel, deren erste Reise nach dem Fall der Mauer in die USA führte, lobte die Organisation für ihren unermüdlichen transatlantischen Einsatz und betonte, dass Deutschland und Amerika stets enge Partner und Freunde seien würden, auch wenn sich der Fokus der US-Amerikaner zunehmend in andere Länder verlege.

Im Historischen Museum traf Merkel auch auf einen alten Widersacher: Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz. Der war nach heftigen internen Machtkämpfen 2010 zum Vorsitzenden der Atlantik-Brücke gewählt worden und versucht seither, den in die Jahre gekommenen Verein mit neuem Leben und neuen Ideen zu füllen.

Am Montag blickte Merz noch einmal zurück in die Zeit, in der Amerikaner und Deutsche im Kalten Krieg eng zusammen standen. Merz überreichte SPD-Altkanzler Helmut Schmidt den Eric M. Warburg-Preis für besondere Verdienste um das transatlantische Bündnis. Schmidt habe sich in schwierigen Zeiten stets für die Verständigung zwischen Deutschland und den USA eingesetzt", sagte Merz. "Er war nie um ein offenes Wort verlegen gewesen. Das ist es, was eine wirkliche Freundschaft ausmacht."

Der im Rollstuhl sitzende Altkanzler zeigte sich gerührt. Der Preis ist nach dem Bankier Eric M. Warburg benannt, der den Verein gründete, um nach dem Zweiten Weltkrieg neues Vertrauen der Amerikaner in die Deutschen aufzubauen. Der Verein hat 500 Mitglieder aus Wirtschaft, Politik und Medien.

(brö)
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