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Friedrich Merz: Haltung zu Homosexualität & schwulem Kanzler - Antwort löst Kritik aus

Haltung zu Homosexualität : Merz-Antwort auf Frage nach schwulem Kanzler löst Kritik aus

Für die Antwort von Friedrich Merz auf eine Frage nach seiner Haltung zu einem schwulen Bundeskanzler hat der CDU-Vorsitz-Kandidat viel Kritik geerntet. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich.

Merz wurde im „Bild“-Politiktalk „Die richtigen Fragen“ gefragt, ob er Vorbehalte hätte, wenn heute ein Schwuler Bundeskanzler würde. „Nein“, sagte Merz. Auf die Nachfrage, ob das für ihn völlig normal wäre, fügte er hinzu: „Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft - an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht - ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.“

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert, der sich in der Vergangenheit über seine eigene Homosexualität geäußert hatte, kritisierte am Montag auf Twitter: „So laviert jemand, der nicht kaschieren kann, dass er mit der Normalisierung des Umgangs mit Homosexualität eigentlich nichts anfangen kann.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kommentierte: „Friedrich möchte aus dem letzten Jahrhundert abgeholt werden.“ In der „Bild“-Zeitung fügte er später hinzu: „Da ist eine deutliche Entschuldigung fällig.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">So laviert jemand, der nicht kaschieren kann, dass er mit der Normalisierung des Umgangs mit Homosexualität eigentlich nichts anfangen kann. Insbesondere schwule Männer kennen dieses Phänomen vom Evergreen: „Ist mir doch egal, ob der schwul ist, solange er mich nicht anpackt.“</p>&mdash; Kevin Kühnert 😷 (@KuehniKev) <a href="https://twitter.com/KuehniKev/status/1308011714215129089?ref_src=twsrc%5Etfw">September 21, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Auf eine weitere Nachfrage nach dem Szenario eines schwulen Bundeskanzlers hatte Merz betont: „Überhaupt kein Thema für mich, klar.“

Merz' Sprecher Armin Peter trat einem Twitter-Kommentar entgegen, der in den Äußerungen eine Gleichsetzung von schwul und pädophil sah. „Diese Behauptung ist bösartig und schlicht falsch“, schrieb Peter auf Twitter. „Friedrich Merz hat gesagt: "Die sexuelle Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft". Das gilt also für Heteros, Homos und alle anderen.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der mit einem Mann verheiratet ist, sagte auf die Frage, was eine solche Aussage eines Parteikollegen bei ihm auslöse: „Naja, wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen Sie eher Fragen an Friedrich Merz richten, würde ich sagen.“

(ahar/dpa)