Fremdenfeindlichkeit: Von Clausnitz ist es nicht weit nach Solingen

Fremdenfeindlichkeit: Von Clausnitz ist es nicht weit nach Solingen

In den vergangenen Tagen hat es Pöbeleien gegen ankommende Flüchtlinge in Clausnitz und jubelnde Schaulustige beim Brand einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen gegeben. Doch rechtes Gedankengut gibt es nicht nur in Ostdeutschland, auch im Rest der Republik muss der alltägliche Rassismus bekämpft werden.

Nein. Diese grölende Menschenmenge, die im sächsischen Clausnitz Flüchtlinge mit Hass und Hetze ("Raus hier") begrüßte, ist nicht das Volk. Zum Glück nicht. Deutschland ist, man darf das nicht vergessen, in seiner großen Mehrheit ein Volk, das Schutzsuchenden mit Solidarität, Humanität und Respekt begegnet.

Was in Clausnitz geschehen ist, ist in seiner Wirkung deshalb fatal. Es motiviert den von Fremdenfeindlichkeit zersetzten Bodensatz der Bevölkerung, auch in anderen Bundesländern aktiv zu werden. Im Osten mag der rechte Hass öfter sichtbar sein. Im Norden, Westen oder Süden der Republik ist er deswegen nicht ausgestorben. Von Clausnitz über Bautzen bis Solingen ist es nicht weit.

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Entscheidend ist daher, wie die Gesellschaft dem alltäglichen Rassismus begegnet. Es beginnt im Alltag, beim Gespräch in der Kantine, beim Abendessen in der Familie, mit den Kumpels in der Kneipe. Wer den Mob mit den Worten "Ja, aber..." verteidigt, muss zurechtgewiesen werden. Es gibt keine Begründung für rechtes Gedankengut. Nur mit dieser Haltung lässt sich auch über die Begrenzung des Zuzugs, die Abschiebung von Wirtschaftsflüchtlingen und die Grenzen der Integrationsfähigkeit reden.

(brö)