1. Politik
  2. Deutschland

Frank-Walter Steinmeier: Staat hat sein Versprechen auf Schutz nicht einhalten können

Steinmeier bei Breitscheidplatz-Gedenkandacht : „Der Staat hat sein Versprechen auf Schutz nicht einhalten können“

Am Sonntagabend haben Politiker und Angehörige von Opfern bei einer Gedenkandacht an den islamistischen Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche vor fünf Jahren erinnert. Am Ort des Anschlags räumte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Fehler des Staats ein.

„Der Staat hat sein Versprechen auf Schutz, auf Sicherheit und Freiheit nicht einhalten können“, sagte Steinmeier. Der Staat „steht in der Pflicht, die Fehler, Versäumnisse und Probleme auszuräumen, die dazu beigetragen haben, dass dieser Anschlag nicht verhindert wurde“, betonte er.

Der Anschlag habe die Hinterbliebenen in Schmerz und Trauer gestürzt. „Der Riss des 19. Dezember 2016 teilt Ihr Leben in ein Davor und ein Danach“, sagte Steinmeier. Der Anschlag „galt unserer Art zu leben: in Frieden, Freiheit und Demokratie“. Diese dürfe man sich nicht nehmen lassen.

Unter den Teilnehmern der Andacht war auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und seine designierte Nachfolgerin Franziska Giffey (alle SPD). Nach der Andacht war ein stilles Gedenken an dem Mahnmal an den Stufen hinter der Kirche geplant. Dort lagen am Abend zahlreiche Kränze und Blumen. Auf den Stufen standen Fotos der Todesopfer und brennende Kerzen. Auch der Name des 13. Todesopfers - eines Helfers, der im Oktober dieses Jahres an den Spätfolgen seiner Verletzungen starb - war an den Stufen angebracht. Um 20.02 Uhr, der Zeit des Anschlags sollten 13 Glockenschläge an die Toten erinnern.

Am 19. Dezember 2016 war ein islamistischer Terrorist abends in einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gefahren. Infolge der Tat starben 13 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Der Attentäter floh damals nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.

Hier können Sie die Veranstaltung im Livestream verfolgen.

(felt/dpa)