Förderung „aus gutem Grund verboten“ Umweltministerium weist Forderung von Finanzminister Lindner zum Fracking zurück

Berlin · Das Bundesumweltministerium hat die Forderung von Finanzminister Christian Lindner (FDP) zurückgewiesen, möglichst schnell mit Fracking heimisches Schiefergas zu fördern, denn: Fracking sei aus gutem Grund verboten.

Bundesfinanzminister Christian Lindner sieht in der Energiekrise eine Chance im Fracking auf deutschem Boden.

Bundesfinanzminister Christian Lindner sieht in der Energiekrise eine Chance im Fracking auf deutschem Boden.

Foto: dpa/Oliver Berg

Das Bundesumweltministerium hat die Forderung von Finanzminister Christian Lindner (FDP) zurückgewiesen, möglichst schnell mit Fracking heimisches Schiefergas zu fördern. Die Förderung von Fracking-Gas sei „in Deutschland aus gutem Grund verboten“, sagte ein Sprecher von Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Das Gas sei „klimaschädlich und seine Förderung schadet der Umwelt“.

Lindner hatte zuvor dafür geworben, „an mehreren Standorten in Deutschland“ Schiefergas zu fördern. Es sei „ratsam, das zu tun, wenn man sich die Entwicklung auf der Welt anschaut“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Förderung sei „unter ökologischen Voraussetzungen verantwortbar“.

Aus dem Umweltministerium hieß es hingegen, es würde „Jahre dauern, bis überhaupt eine Förderinfrastruktur für Fracking-Gas in Deutschland aufgebaut wäre“. In derselben Zeit käme der „Ausbau der erneuerbaren Energien einen großen Schritt voran“, fuhr Lemkes Sprecher fort. Die Energieindustrie fokussiere „in ihren Strategien längst auf solche Energien, die der Umwelt und Klima nicht schaden“, argumentierte er.

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Beim Fracking wird in Erdschichten enthaltenes Erdgas mit Chemikalien und Druck extrahiert. Seit 2017 ist hierzulande die Ausbeutung von Gasvorkommen in Schiefer- und Kohleflözschichten verboten, weil dies als Gefährdung unter anderem für das Grundwasser gilt.

(aku/AFP)