Ausstand beeinträchtigt Flugverkehr in Deutschland: Flugausfälle wegen Streiks in Griechenland

Ausstand beeinträchtigt Flugverkehr in Deutschland : Flugausfälle wegen Streiks in Griechenland

Athen (RPO). Deutsche Fluggesellschaften haben wegen des Fluglotsen-Streiks in Griechenland zahlreiche Flüge verschoben oder gestrichen. Die Lufthansa plante nach Angaben eines Unternehmenssprechers am Mittwoch wegen des Streiks keine Flüge nach Griechenland, mit Ausnahme eines in den späten Abend verschobenen Flugs nach Athen.

Der Flieger sollte dann nach Streikende in der griechischen Hauptstadt eintreffen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main fielen lediglich zwölf Starts und Landungen aus.

Air Berlin strich nach eigenen Angaben lediglich eine Verbindung von München nach Thessaloniki. Die übrigen ursprünglich für Mittwoch geplanten Flüge wurden zum Teil bereits auf Dienstag vorgezogen. Weitere Flüge wurden auf die späten Abendstunden oder auf Donnerstag verschoben. Auch der Reiseveranstalter TUI verlegte einzelne Flüge vor und verschob den Rest auf die Zeit nach dem Streik.

Griechen protestieren gegen Sparpakete

Die griechischen Angestellten im öffentlichen Dienst sind am Mittwoch aus Protest gegen die Sparmaßnahmen der Regierung in einen 24-stündigen Streik getreten. In den staatlichen Krankenhäuser hält nur eine Notbesetzung die Stellung und Anwälte, Lehrer sowie Finanzbeamte legten die Arbeit ganz nieder. Auch die Fluglotsen schlossen sich dem Streik an. Alle Flüge von und nach Griechenland wurden vorerst gestrichen.

Auch die Angestellten der Radio- und Fernsehstationen erschienen nicht zum Dienst. Die Mitarbeiter der Nahverkehrsbetriebe wollten ihre Arbeit nur am Morgen und am Abend einstellen. Für den Lauf des Tages sind in der Hauptstadt Athen Demonstrationen geplant.

Die Staatsbediensteten protestieren gegen die Suspendierung von 30.000 Mitarbeitern bei nur eingeschränkter Bezahlung. Nach Gehalts- und Pensionskürzungen ist die Maßnahme ein weiterer Teil des Sparpakets der Regierung.

Troika entscheidet über nächstes Hilfspaket

Die Finanzexperten der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hatten zuvor angekündigt, über die Genehmigung der nächsten Tranche des Hilfspakets im Umfang von acht Milliarden Dollar im Laufe dieses Monats zu entscheiden.

Finanzminister Evangelos Venizelos sagte am Dienstag, Griechenland könne noch bis Mitte November Renten und Gehälter zahlen. Zuvor hatte es geheißen, ohne weitere internationale Kredite sei Griechenland bereits Mitte Oktober zahlungsunfähig.

Die Troika verlangt von Athen im Gegenzug für die Überweisung der nächsten Tranche weitere Sparmaßnahmen. Neben der Suspendierung zahlreicher Angestellter im öffentlichen Dienst hat die Regierung auch die Einführung einer zusätzlichen Grundsteuer angekündigt. Mittlerweile regt sich jedoch selbst in den Reihen der regierenden Sozialisten Widerstand gegen die Einführung neuer Steuern.

Griechenland erlebt derzeit eine schwere Rezession. Analysten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 5,5 Prozent zurückgehen wird. Die Arbeitslosenquote ist angesichts zahlreicher Insolvenzen auf über 16 Prozent gestiegen.

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(AFP/DAPD)
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