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Flüchtlinge im Mittelmeer: "Seawatch 4" soll im August erstmals auslaufen

Rettungsschiff der EKD : „Seawatch 4“ soll im August erstmals auslaufen

In der Corona-Krise sind die Flüchtlinge, die sich auf die gefährliche Mittelmeer-Route begeben, aus der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verschwunden. Nun spitzt sich die Lage wieder zu. Die Evangelische Kirche Deutschland will ab August mit einem eigenen Rettungsschiff helfen.

Angesichts der sich zuspitzenden Lage für aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge hat der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, angekündigt, dass das Rettungsschiff der evangelischen Kirche, die Seawatch 4, „vermutlich im August auslaufen wird“. Das Schiff werde von einem breiten Bündnis getragen, in dem  alle durch eine Überzeugung verbunden seien: „Man lässt keine Menschen ertrinken“, betonte Bedford-Strohm. Finanziert wurde das Schiff, das zurzeit noch in einer Werft umgebaut wird, durch Spenden, das das gesellschaftliche Bündnis „United4Rescue“ gesammelt hat.

Aktuell harren mehr als 50 aus dem Mittelmeer gerettete Migranten seit dem Wochenende unter unwürdigen Bedingungen auf einem Frachtschiff vor Malta aus. Nach italienischen Medienberichten mussten sie in Tierställen an Bord der MV Talia schlafen. Derweil hat  das Rettungsschiff Ocean Viking mit 180 Flüchtlingen an Bord in einem Hafen auf Sizilien angelegt.

Bedford-Strohm mahnte: „Es machen sich unvermindert Schlauchboote auf den Weg – entsprechend werden laufend Seenotfälle gemeldet und es gibt Berichte über Bootsunglücke.“  Solange es die dringend erforderliche staatliche Seenotrettung weiter nicht gebe, „werden wir in der Unterstützung der privaten Seenotrettungsorganisationen nicht nachlassen“, kündigte er an. Corona habe den Blick der Öffentlichkeit auf andere Fragen gelenkt. Deshalb sei es umso wichtiger, dass wir nicht wegsehen, wenn Menschen ertrinken.“