1. Politik
  2. Deutschland

Flickenteppich Medizinstudium - Kein „Hammerexamen“ für Studenten in NRW

Flickenteppich Medizinstudium : Kein „Hammerexamen“ für Studenten in NRW

Ein „Hammerexamen“ wird es aufgrund der Corona-Krise in Nordrhein-Westfalen nicht geben. Dafür aber zum Beispiel in Bayern und Baden-Württemberg.

Medizinstudenten in Nordrhein-Westfalen, die derzeit kurz vor dem zweiten Staatsexamen stehen, können aufatmen. Sie dürfen ihre Prüfung wie geplant Mitte April ablegen. Ein „Hammerexamen“ wird es in NRW somit im kommenden Jahr nicht geben. In Bayern und Baden-Württemberg allerdings schon. Dort müssen die Studenten 2021 das zweite und dritte Examen absolvieren. Mit Blick auf die Länder ist bei der Prüfungsordnung nun ein Flickenteppich entstanden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte Medizinstudenten in der Corona-Krise früher in die Kliniken bringen. Mit dem neuen Bevölkerungsschutzgesetz hat sich Spahn umfassende Rechte gesichert. Eines sieht vor, dass das Gesundheitsministerium die Approbationsordnung ändern darf. Ein entsprechender Erlass regelt, dass das zweite Staatsexamen auf das kommende Jahr verschoben wird, damit die Studenten früher ins praktische Jahr in die Kliniken gehen. Spahn ließ den Ländern jedoch die Wahl, wie sie es mit der Prüfung handhaben wollen. Zehn Bundesländer, darunter NRW, bleiben beim alten Termin. In Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen dürfen die Studenten wählen, in Bayern und Baden-Württemberg müssen alle, die kurz vor dem zweiten Staatsexamen stehen, jetzt schon ins praktische Jahr.

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden kritisiert: „Die föderale Regelung des medizinischen Staatsexamens widerspricht bereits im Grundsatz der Idee dieser Prüfung. Dies wird zweifelsohne zu langwierigen juristischen Auseinandersetzungen führen. Wie hierbei gerichtlich entschieden wird, ist nicht abzusehen und sorgt abermals für Unsicherheit.“