Aus Sankt Petersburg Festgesetzter Frachter „Atlantic Navigator II“ hat Rostock verlassen

Rostock · Er hatte Uran und Birkenholz aus Russland geladen. Der Frachter „Atlantic Navigator II“ war im Rostocker Hafen festgesetzt worden. Jetzt durfte er den Hafen verlassen.

Im Überseehafen lag der festgesetzte russische Frachter "Atlantic Navigator II". Am 04.03.2024 lief der Frachter wegen technischer Probleme am Propeller zur Reparatur in den Rostocker Hafen ein. (Archiv)

Im Überseehafen lag der festgesetzte russische Frachter "Atlantic Navigator II". Am 04.03.2024 lief der Frachter wegen technischer Probleme am Propeller zur Reparatur in den Rostocker Hafen ein. (Archiv)

Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Der seit Anfang März im Rostocker Überseehafen festgehaltene russische Frachter „Atlantic Navigator II“ ist wieder ausgelaufen. Eine Sprecherin des Hauptzollamtes bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag die Freigabe für das Schiff. Der Tracking-Anbieter Vesselfinder zeigte am Nachmittag, dass der Frachter in die Ostsee einfuhr. Zuvor hatte der „Spiegel“ über die Freigabe berichtet. Zu Details wollte sich das Hauptzollamt aus Gründen des Zoll- und Steuergeheimnisses nicht äußern.

Das aus Sankt Petersburg kommende Schiff hatte Rostock am 4. März wegen technischer Probleme anlaufen müssen. Das Schiff hatte Waren aus Russland an Bord, die auf der EU-Sanktionsliste stehen, darunter auch Birkenholz. Zur Frage, ob diese Waren weiter an Bord seien, wollte sich das Hauptzollamt am Freitag nicht äußern. Auf dem Schiff befand sich nach Medienberichten auch angereichertes Uran für Atomkraftwerke in den USA, das aber nicht auf der EU-Sanktionsliste steht. Ziel der Fahrt war Baltimore.

Bekannt ist, dass die Staatsanwaltschaft Rostock gegen den Kapitän des Frachters ermittelt und dem Anfangsverdacht des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz nachgeht. Die Ermittlungen dauern an, hatte die Staatsanwaltschaft Rostock auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Das Gesetz sieht für solche Fälle im Fall eines Schuldspruchs drei Monate bis fünf Jahre Freiheitsstrafe vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Hintergrund sei, dass sich auf dem Schiff, das ursprünglich von Russland in die USA fahren sollte, unter anderem 251 Container Birkensperrholz befunden hätten, das als EU-Sanktionsware gelte, so die Staatsanwaltschaft. Die Zollbehörden hätten in eigener Zuständigkeit die Sanktionsware sichergestellt.

Der Verteidiger des Kapitäns, Max Schwerdtfeger, hatte dem „Spiegel“ gesagt, dass die Erlaubnis zum Auslaufen des Schiffes, eine „gute Nachricht“ sei. Schwerdtfeger geht davon aus, dass das Strafverfahren schnell eingestellt wird.

(csan/dpa)
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